Kreisklassen-Relegation: Spiel wieder abgesetzt

Türk KV Weißenburg gilt für Kreisspielleiter Pfahler als Kreisklassist

Entnommen aus: Weißenburger Tagblatt vom Sa/So 28./29. Juni 2008

WEISSENBURG (um) – Aus dem Wiederholungsspiel zwischen dem Türk KV Weißenburg und der TSG Pappenheim am heutigen Samstag wird nichts. Die auf dem Platz des VfL Treuchtlingen geplante Partie der Fußball-Kreisklassen-Relegation (wir berichteten) wurde wieder abgesetzt. Die Folge davon: Der Türk KV ist nach den Worten von Kreisspielleiter Anton Pfahler in die Kreisklasse aufgestiegen, und möglicherweise dürfen sogar die Pappenheimer, die den Abbruch verursacht hatten, nach oben.

Zur Vorgeschichte: Der Türk KV hatte gegen die Neuansetzung der vor zwei Wochen abgebrochenen Begegnung Protest eingelegt, weil mehrere Spieler inzwischen in Urlaub sind. Der Bezirksspielausschuss gab dem Veto statt – nicht zuletzt auch deshalb, weil die Türken keinerlei Schuld an dem Abbruch traf, wie Pfahler gegenüber unserer Zeitung erklärte. Außerdem hatten sie zum Zeitpunkt des abrupten Endes (86. Minute) mit 3:2 geführt.

Wie es in der Aufstiegsfrage weitergeht, hängt u. a. vom Urteil des Kreissportgerichts ab, das gestern Abend gefällt wurde und das bei Redaktionsschluss noch nicht vorlag. Nach Pfahlers Worten deutet alles darauf hin, dass die Sportrichter den Abbruch als nicht rechtens werten, weil das Schiedsrichtergespann bei Weitem nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft habe, um die Partie über die Bühne zu bringen. Der Abbruch war wohl eher eine Überreaktion.

Das Sportgericht hat zwei Möglichkeiten: eine x:0-Wertung für den Türk KV, der damit aufgestiegen wäre, während Pappenheim in der Kreisklasse bleiben muss; oder eine Neuansetzung, die jedoch aus zeitlichen und organisatorischen Gründen kaum noch zustande kommen dürfte, denn bis 30. Juni muss alles über die Bühne sein. Da der Bezirksspielausschuss bereits dem Protest der Türken gegen die Ansetzung heute Nachmittag stattgegeben hat, wird sicherlich kein Wiederholungsmatch mehr stattfinden.

Anton Pfahler wollte gestern erst einmal das Urteil abwarten, am Wochenende muss dann – je nach Ausgang – der Bezirksspielausschuss entscheiden. Klar war für den Kreisspielleiter schon vor dem Urteil, dass die Türken um Trainer Erol Maden aufsteigen dürfen und nächste Saison in der Kreisklasse spielen.

Es könnte zudem passieren, dass auch die Pappenheimer aufsteigen dürfen – in ähnlich gelagerten Fällen wurde so entschieden. Sollte die TSG tatsächlich – letztlich aufgrund des Zeitdrucks – den Freifahrtschein für die Kreisklasse bekommen, könnte dies wiederum einige andere Relegationsverlierer auf den Plan rufen, die als „normale“ Verlierer ausgeschieden waren. Gegen Pappenheim (Dritter der A-Klasse Jura 5) spricht eindeutig, dass die TSG in der ominösen 86. Minute den Spielabbruch durch einen Wasserspritzer gegen die Linienrichterin verursacht hatte.

Wie es auch ausgeht: „Ich bin so oder so nicht glücklich mit den Lösungen“, sagt Anton Pfahler. Für ihn und seine Mitstreiter kommt erschwerend hinzu, dass im Falle eines zusätzlichen Pappenheimer Aufstiegs ein Kreisklassist zu viel vorhanden wäre. Im Gebiet Neumarkt/Jura sind bislang fünf Kreisklassen mit je 15 Teams geplant. Eine dieser fünf Gruppen müsste dann mit 16 Mannschaften spielen.

 

Vor der Entscheidung des Sportgerichts:
Wiederholungsspiel TSG Pappenheim und Türk Weißenburg?

Spiel wurde beim Stand von 2:3 für Weißenburg in der 86. Minute abgebrochen

Stand: 25.06.2008

Die Saison 2007/08 ist vermutlich immer noch nicht zu Ende. Das Kreissportgericht Neumarkt/Jura wird vermutlich entscheiden, dass das Kreisklassen-Relegationsspiel zwischen der TSG Pappenheim und dem Türk KV Weißenburg durch den zuständigen Spielleiter neu anzusetzen ist.

Im Vorfeld sind Experten jedoch von einer 0:X-Wertung für die Weißenburger ausgegangen, da ein Pappenheimer Spieler den Spielabbruch provoziert hatte. Doch das KSG mit der Besetzung Stumptner/Pfann/Fath beruft sich auf ein Grundsatzurteil des Verbandssportgerichts (Protokoll 12 Fall 24 Spieljahr 1998/99), in dem ausgesagt wird, dass "ein Spielabbruch absoluten Ausnahmecharakter haben muss und das Bespritzen eines Schiedsrichter-Assistenten (lesen Sie hier den Bericht vom Spiel) ohne weiteres kein Grund für einen Spielabbruch ist." Deshalb ist das Spiel neu anzusetzen.

Der Spieler, der für den Spielabbruch verantwortlich war, wurde vom 27.06.2008 bis 24.08.2008 gesperrt.

Unbestätigten Meldungen zur Folge, findet das Wiederholungsspiel bereits am Samstag, 28. Juni 2008 um 16 Uhr beim VfL Treuchtlingen statt. Wir halten Sie aber auf dem Laufenden.

Hier finden Sie einen Überblick über die Relegationsspiele der Saison 2007/08.