Eichstätter Kurier vom 9. Juli 2003

Vom Olympiapark bis zur Zugspitze

Rekord-Radler Richard Neugebauer vor neuen Herausforderungen / 48 Stunden


Zandt (wey) Die Grenzen der körperlichen Belastbarkeit testen, und das alles vor einem sozialen Hintergrund · das will in den kommenden Wochen und Monaten der gebürtige Zandter Richard Neugebauer. Er hat sich einiges vorgenommen, der Extremsportler und als "radelnder Postbote" bekannte 51-Jährige. "Fit wie ein Turnschuh" ist er nach eigener Aussage nach wie vor, nicht zuletzt auf Grund der liebevollen Betreuung von Freundin Sabine Hasslbauer, die ihm als Fitness-Trainerin einiges abverlangt. An die zwölf Stunden Training kommen in der Woche mindestens zusammen, hinzu gesellt sich das berufliche Radeln, und neben Fitness-Studio und Radfahren steht natürlich auch Laufen auf dem wohl dosierten Trainingsplan.

Neugebauer wird die Kondition in der nächsten Zeit sicherlich brauchen, der Sportler, der immerhin schon drei Eintragungen im Guinness-Buch der Rekorde vorweisen kann. Aber weit wichtiger ist ihm, dass von seinen Aktionen Menschen jenseits der Sonnenseite des Lebens profitieren. Bereits am nächsten Wochenende heißt es für den Ingolstädter Postboten: "Rein in die Pedale". 24 Stunden will er auf seinem auf Rollen stehenden Spinningrad radeln für die "Sternstunden". Zum zehnjährigen Bestehen der Sternstundenfußballer, die immerhin schon 900 000 Euro für soziale Einrichtungen erspielt haben, startet natürlich auch Richard Neugebauer, der die Kicker um Leiter Wolfgang Haas und BR-Sportchef Lampert Dinzinger schon unzählige Male verstärkt hat. Das Ganze findet in der zentralen Hochschulsportanlage im Olympiapark Nord in München statt, und los geht`s am Samstag, 12. Juli, um 17.30 Uhr.

Die Zuschauer können für einen Euro einen Tipp abgeben, wie viele Kilometer Neugebauer in den 24 Stunden erstrampelt. Für die Teilnehmer sind Preise zu gewinnen, aber Sieger sind in jedem Fall die Kinder, denen die Sternstundenspenden zugute kommen. Veranstalter ist die Münchner Berufsfeuerwehr.

Auf Treuchtlinger Volksfest
Schon eine Woche später startet die gleiche Aktion auf dem Treuchtlinger Volksfestplatz · am Samstag, 19. Juli, um 15.30 Uhr. Am Sonntag gibt es ein Benefizfußballspiel, an dem Sportreporter Günther Koch mitwirkt. Den Startschuss für Neugebauers Aktion gibt Bürgermeister Wolfgang Hermann, und mit ihrem Einsatz können die Zuschauer eine Städtereise gewinnen. Der Erlös der beiden Tage geht an Uwe Dumbsky, den Fußballer des SV Übermatzhofen, den eine kaum erforschte Krankheit in den Rollstuhl gezwungen hat. "Bilaterales Hirnstammsyndrom nach einer akuten demyelisierenden Enzephalomyelitis", eine erbsengroße Geschwulst am Hirnstamm, so die Diagnose. Eine Krankheit, die deutschlandweit erst fünf Mal aufgetreten ist.


Nach einer wohlverdienten Ruhepause geht es dann am 30. und 31. August nach Waldkirchen bei Passau. Der Erlös der 24 Stunden auf dem Spinningrad ist für den Verein "Sportstättenbau" auserkoren. Die Schirmherrschaft hat Heinrich Schmidhuber, der Präsident des Bayerischen Fußball-Verbandes, übernommen. Während sich Richard Neugebauer auf dem Stadtplatz abstrampelt, messen sich Einzelfahrer und Teams auf einem Rundkurs mit ihren Rennrädern. "Da wird die Nacht zum Tag gemacht", freut sich der Extremsportler schon heute auf die Aktion nahe der Dreiflüssestadt.

Gleich 48 Stunden in die Pedale treten will der Ingolstädter Postbote dann vom 17. bis 19. November, wenn es auf die Zugspitze geht: Diesmal kommt die Garmischer Bergwacht in den Genuss der "Tipp-Gelder". "Diese Aktion geht mit Sicherheit an die Grenzen der Belastbarkeit", ist sich der Extremsportler sicher, und er hofft, das er an Deutschlands höchstem Punkt entsprechend angefeuert wird. Publikum sollte eigentlich genügend vorhanden sein, denn die Aktion findet aus Anlass der offiziellen Wintersaison-Eröffnung statt. Im Übrigen würde sich Richard Neugebauer über Sponsoren jeglicher Art freuen, denn zumindest seine eigenen Unkosten sollten gedeckt sein. Kontakte sind per E-Mail möglich über NeugebauerRi@aol.com.