Weißenburger Tagblatt vom 22. Juli 2003

Ball und Euro rollten für Uwe Dumbsky

Veranstaltung in Treuchtlingen brachte über 10.000 Euro - ESV gewann mit 3:1 - Vielfältige Unterstützung


TREUCHTLINGEN/BIESWANG (rh) - "Das ist das Schönste: Uwe Dumbsky ist wieder am Ball." Selbst die Stimme des routinierten Radio-Reporters Günther Koch zitterte ein wenig, als der schwer kranke Fußballtorhüter mit Hilfe seiner beiden Freunde Bernd Hörauf und Andreas Köhler den Anstoß gab zum Fußballbenefizspiel, an dessen Ende ein 3:1-Sieg des Bezirksligisten ESV Treuchtlingen über die gemischte Mannschaft aus Übermatzhofen, Bieswang und Markt Berolzheim sowie eine Spendensumme von über 10 000 Euro stand. "Das ist sehr viel Geld für einen Nachmittag", bilanzierte Bernd Hörauf zufrieden angesichts der enormen Resonanz aus Sportlerkreisen. "Insgesamt haben wir bislang rund 16 000 Euro für Uwe zusammenbekommen." Mit dem Geld soll eine Operation des an einem Tumor am Hirnstamm erkrankten Bieswangers ermöglicht werden. In Deutschland wagt sich jedoch kein Experte an die heikle Operation, von der sich vor allem Uwe Dumbsky selbst eine Heilung, zumindest aber eine deutliche Besserung verspricht. Der 36-Jährige ist seit zwei Jahren auf den Rollstuhl angewiesen und wird von seiner Mutter Christa zu Hause gepflegt. Er kann weder sprechen, gehen, selbst atmen oder schlucken. Bei der Benefiz-Veranstaltung auf der Treuchtlinger Bezirkssportanlage schüttelten ihm viele ehemalige Sportkameraden (Dumbsky kickte in allen vier an der Aktion beteiligten Vereinen) spontan die Hand oder halfen bei der Organisation. "Man merkt eine Verbundenheit unter uns Sportlern, die man sich sonst nicht vorstellen kann", hatte Uwe Dumbsky mühsam zu seinem von Bernd Hörauf verlesenen Dankesschreiben in den Computer getippt. Für den Schwerkranken wurde die Veranstaltung in Treuchtlingen sicherlich zu einem "großen Moment", wie Reporter Günther Koch richtig erkannt hatte.

Den Schweiß aus dem Leib gerannt
Nicht nur dass rund 450 Besucher dem einstigen Torhüter ihre Referenz erwiesen - auf dem Fußballfeld rannten sich die ehemaligen Mitspieler buchstäblich den Schweiß aus dem Leib - trotz der Spitzentemperaturen von 37 Grad Celsius war es für die 31 Kicker Ehrensache, bei dem Benefizspiel dem Ball nachzujagen. Einer ruhigen und ausgeglichenen ersten Halbzeit folgten nach dem Seitenwechsel und einer Abkühlung in der Kabine die Tore. Den ESV-Sieg besorgten Sven Kersten, Claus Meyer und Reiner Neubauer. Für den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich hatte Markus Rühl vom FC Markt-Berolzheim gesorgt. Dass auch ein Freundschaftsspiel interesant sein kann, demonstrierte Günther Koch. Die "Stimme Frankens" sorgte mit seinen Kommentaren über Fußball und Spieler ("Claus Meyer ist Postbote - er fängt früh an und hört bald auf") für Witz und Spannung im Geschehen auf dem Rasen. Rund um das Fußballspiel hatte es jede Menge an Aktionen für den erkrankten Keeper gegeben. Die spektakulärste darunter hatte Richard Neugebauer aus Ingolstadt schon am Samstagnachmittag gestartet. Auf dem Treuchtlinger Volksfestplatz hatte er sich aufs Fahrrad geschwungen und war 24 Stunden gestrampelt. Insgesamt legte er auf dem Rollenstand 536 Kilometer zurück. "Dabei habe ich zwei Tuben Creme gebraucht. Für den Allerwertesten ist das ganz schön anstrengend", konstatierte der "radelnde Postbote" nach der Fahrt und überreichte Uwe Dumbsky eine Spende von 480 Euro. 240 Volksfestbesucher hatten einen Tipp abgegeben, wie weit Neugebauer kommen würde. Die von Engeler-Reisen als Preis ausgesetzte London-Reise gewann Pia Schmidt aus Wettelsheim. Sie hatte exakt die 536 Kilometer getippt.

Versteigerungen und Spenden
Hinzu kam eine Versteigerung von acht Bundesliga-Trikots, einem DFB-Dress mit Unterschriften der Nationalmannschaft (es ging für 500 Euro an den SV Übermatzhofen), vier kompletten Trikotsätzen und diversen anderen Preisen und Summen, die eine Vielzahl von Firmen und Privatleute gespendet hatten. Und auch viele Sportvereine zahlten Geld auf das Spendenkonto (Raiffeisenbank Weißenburg, Konto 100 660 140, BLZ 760 696 54, Stichwort: Uwe Dumbsky) ein oder beteiligten sich an den Versteigerungen. Folgende Vereine unterstützten die Benefiz-Aktion in Treuchtlingen: ELJ Osterdorf, Laienspielgruppe Berolzheim, Förderkreis Berolzheim-Meinheim, TV Langenaltheim, VfL Treuchtlingen, DJK Raitenbuch, FC Gunzenhausen, DJK Pollenfeld, TSV Heidenheim, Soldaten- und Reservistenkameradschaft Markt Berolzheim, SV Osterdorf, SV Übermatzhofen, SF Bieswang, ESV Treuchtlingen, SPD Solnhofen, SSV Oberhochstatt, sowie FC/DJK, DSC und RC Germania Weißenburg. "Die Aktion ist bei vielen Vereinen auf große Resonanz gestoßen. Das hat uns sehr gefreut", bilanzierten Hörauf und Köhler die Aktion, die jedoch noch nicht abgeschlossen ist. So wollen auch die Schiedsrichter im Fußballkreis Jura ihre Spesen eines kompletten Spieltages für Uwe Dumbsky spenden. "Es ist eine tolle Hilfsbereitschaft", sagte Köhler mit Blick auf das enorme Engagement der Helfer wie Spender. Insofern passte bei der Veranstaltung in Treuchtlingen auch der Satz von Reporter Günther Koch: "Uwe Dumbsky - das ist einer von uns".