Ein Leben für den Fußball

Das Mariensteiner Urgestein und "Schiedsrichter-Legende" Werner Huber feiert am Karfreitag seinen 70. Geburtstag

Eichstätter Kurier, Do./Fr. 28./29. März 2013 von Norbert Dengler

Eichstätt (DK) Der Fußball war und ist sein Leben. Seit über einem halben Jahrhundert ist Werner Huber, der am Karfreitag, 29. März seinen 70. Geburtstag feiert, als aktiver Schiedsrichter tätig. Daneben übte er mit einem hohen persönlichen Einsatz weitere Ehrenämter aus, wobei insbesondere das 22-jährige Engagement als erster Vorsitzender des SV Marienstein herausragt. Beruflich war der pensionierte Beamte als Lohnsteuer-Außenprüfer tätig, wobei er die natürlichen Konflikte in der Regel immer in gutem Einvernehmen regeln konnte.

Als 18-jähriger legte Huber in der Schiedsrichtergruppe Donau/Ilm in Ingolstadt die Fußballschiedsrichterprüfung ab. Später wechselte er – da er dem SC Wasserzell und dem SV Marienstein angehörte – in die damalige Schiedsrichter-Gruppe Weißenburg. Dort pfiff er bis zur höchsten Amateurliga in Mittelfranken und schied schließlich freiwillig aus dieser Klasse aus, um den jüngeren Schiedsrichtern den Weg in die Landes- und Bayernliga freizumachen. Er widmete sich fortan 25 Jahre als Lehrwart der Aus- und Fortbildung seiner Schiedsrichterkollegen. In dieser Funktion war er stets darauf bedacht, hochrangige Schiedsrichter, Trainer und Funktionäre als Gastredner einzuladen, um die Lehrabende noch attraktiver zu machen. Seine aktive Tätigkeit hat er aber trotzdem nicht aufgegeben und ist noch heute bei der Leitung von Jugendfußballspielen anzutreffen. Mittlerweile bringt er es auf eine stattliche Einsatzzahl von über 1400 Spielen. Obwohl Huber der Ruf als konsequenter Unparteiischer vorauseilte, war er auf allen Plätzen – ob seiner unkomplizierten menschlichen Art und dem sportlich fairen Umgang miteinander – allseits gern gesehen.

22 Jahre – von 1976 bis 1998 – stand er als erster Vorsitzender an der Spitze des SV Marenstein. Eine vorbildliche Schiedsrichterbetreuung bei den Spielen, eine herausragende kontinuierliche Jugendarbeit und der Gewaltakt mit dem Sportheimneubau einschließlich einer öffentlichen Gaststätte im Jahre 1990 werden stets mit seiner Ära verbunden sein. Bei der Planung und Ausführung wurde er dabei durch die gesamte Vorstandschaft tatkräftig unterstützt. „Er hat schon immer mit Weitblick gearbeitet und seine ganze Kraft und Energie in den Verein gesteckt“, sagt der ehemalige Vorsitzende Jürgen Stark über den Jubilar. Und Stark ergänzt: „So einen gibt es nur einmal. Er hat Ecken und Kanten. Aber das braucht man auch.“

Vom Bayerischen Landessportverband, dem Bayerischen und dem Deutschen Fußballverband sowie von den Schiedsrichterorganen wurde das Mariensteiner Urgestein beinahe regelmäßig ausgezeichnet. So erhielt er beispielsweise 2001 vom BLSV die Verdienstnadel in Gold mit Kranz, der DFB überreichte ihm 1999 die DFB-Uhr und der Verbandsschiedsrichterausschuss verlieh ihm 2011 das Verbandsehrenzeichen in Gold. Schließlich wurde Huber 2004 gar zum Ehrenmitglied der Schiedsrichtergruppe Jura-Süd ernannt. Seit 1998 ist der Jubilar Ehrenpräsident beim Eichstätter Vorstadtverein, wo er seit zwölf Jahren als Vereinsehrenamtsbeauftragter tätig ist. Wegen der vorbildlichen Vereinsführung wurde dem SVM schon zweimal die „Silberne Raute“ des Bayerischen Fußballverbands verliehen. Auch das sind die Verdienste von Huber, die der amtierende Vorsitzende Peter Bauch ganz einfach auf den Punkt bringt: „Der SVM ist sein Leben.“ Huber selbst blickt zufrieden in die Vergangenheit und dankbar in die Zukunft: „Ich habe dem Fußball viel zu verdanken. So lernte ich durch Lehrgänge die freie Rede, die mir beruflich, im Sport und im Verein zugute kam.“

Die offizielle Geburtstagsfeier findet am Freitag im Hotel Pröll in Landershofen statt. Am Samstag stößt der Jubilar dann mit seinen Fußball-Freunden beim Weißwurstfrühschoppen in der Sportgaststätte zur Schamerau an.