Die Rekorde einer Saison

Spitzenwert: Der B-Klassist DJK Dollnstein kassierte pro Spiel nur 0,28 Gegentore

Der FC Bayern München hat mit seinem Triple Fußballgeschichte geschrieben. Die meisten Bestmarken in einer Saison werden aber nicht auf der großen Bühne des Profifußballs aufgestellt. Heimat der Rekorde ist der Amateurbereich. DFB.de und FUSSBALL.de haben die eindrucksvollsten Zahlen der Saison 2012/2013 im deutschen Fußball zusammengetragen.

Die erfolgreichsten Mannschaften der Nation: Wer im Falle des FC Bayern von totaler Dominanz spricht, dem dürfte es schwer fallen, ein geeignetes Superlativ für den FC Phönix Halver und Rheinland Hamborn 03 zu finden. Halver fegte durch die Kreisliga C Lüdenscheid (Gruppe 1), gewann alle 18 Punktspiele und kam auf ein Torverhältnis von 137:10. Rheinland Hamborn fuhr in der Kreisliga B Duisburg-Mühlheim-Dinslaken die maximale Ausbeute von 90 Punkten aus 30 Partien ein, erzielte dabei stolze 250 Treffer, also im Schnitt über acht pro Spiel. Die Zahl der Gegentore: 26. Bei den Frauen setzten die Potsdamer Kickers 94 die Maßstäbe. Die Bilanz des Landesligisten aus Brandenburg: 16 Spiele, 48 Punkte, 177:4 Tore.

Das Gegenteil von erfolgsverwöhnt war im Frauenbereich die SuS Schwarz-Blau Gladbeck. Der Gelsenkirchener Kreisligist erzielte in 20 Punktspielen nur fünf Tore, kassierte 236 und ging stets als Verlierer vom Platz. Bei den Männern haben der ESV Maschen aus der 4. Kreisklasse Harburg Ost (22 Spiele, 0 Punkte, 6:234 Tore) und der C-Ligist SV Westfalia Schalke 1922 (30 Spiele, 0 Punkte, 9:268 Tore) das größte Steigerungspotenzial.

Die Torfabriken der Nation:
So erfolgreich Rheinland Hamborn war, die torhungrigste Männermannschaft stellte ein anderer Klub. Während die Hamborner in der abgelaufenen Saison 8,33 Treffer pro Partie erzielten, verbuchte der SC Kuhbach-Reichenbach in der Kreisliga B Offenburg einen Schnitt von 8,78. Insgesamt waren es 246 Tore in 28 Begegnungen. Lange führte Kuhbach-Reichenbach auch die Liste der erfolgreichsten Teams an, leistete sich aber in der Rückrunde ein Unentschieden und war damit aus dem Rennen.

Den Vogel schossen die Frauen der Potsdamer Kickers ab:
177 Tore in 16 Spielen – ergibt einen Schnitt von 11,06 Treffern pro Partie. Oft klingelte es auch bei den Damen von Schwarz-Blau Gladbeck – allerdings im eigenen Kasten. Und zwar 236-mal in 20 Partien. Bei den Männern knackte der SV Stegermatt in der Kreisliga B Offenburg die Marke von 300 Gegentoren. Exakt 303 waren es in 28 Spielen. Aber: Stegermatt holte zumindest einen Punkt.

Die Torjäger der Nation:
Einfach spitze, dieser Spitzer. Tobias Spitzer vom SC Kuhbach-Reichenbach glückten in der B-Liga Offenburg stolze 72 Treffer. Von den elektronisch erfassten Torschützen im Bundesgebiet war keiner besser. Ein besonderes Kunststück gelang Safa Sentürk: Der Stürmer des BSV Hürtürkel markierte beim 16:1-Sieg seiner Mannschaft in der 1./2. Berlin-Liga gegen Schlusslicht Club Italia alle 16 Tore seiner Mannschaft.

Individueller Bestwert für ein Spiel im Frauenbereich waren 13 Tore, aufgestellt von Svenja Pölling beim 19:0-Erfolg des SG Coesfeld gegen den ASV Ellewick. Am Saisonende hatte die Angreiferin in der Kreisliga B Ahaus-Coesfeld 82 Treffer auf dem Konto.

Die Toreverhinderer der Nation: Die Defensive der DJK Dollnstein (Bayern) verrichtete in der B-Klasse Neumarkt/Jura einen beeindruckenden Job. Sie ließ in 25 Partien gerade mal sieben Gegentore zu - das sind 0,28 pro Spiel. Auch gegen den RSV Hattingen (Meister der Kreisliga C5 Bochum) und den FC Internationale Lohr (B-Klasse Würzburg) gab es kaum ein Durchkommen. Die Hattinger kassierten in 24 Spielen lediglich sieben Tore, was einem Durchschnitt von 0,29 Gegentreffern pro Partie entspricht. Nur unwesentlich schlechter war Lohrs Quote (0,3) mit neun Gegentoren in 30 Spielen. Kurios: Internationale Lohr wurde in seiner Liga trotzdem nur Zweiter hinter dem Stadtrivalen Baris Spor, der in der Endabrechnung zwar mehr Gegentreffer (19), aber zwei Punkte mehr auf dem Konto hatte.

Die größten Defensivspezialistinnen nach den Potsdamer Kickers (0,25 Gegentore im Schnitt) waren in der Kreisliga Anhalt-Bitterfeld zu finden. Dort brachten es sowohl Meister SG Dabrun als auch Vizemeister SV Germania Maasdorf auf einen Schnitt von 0,28 Gegentoren. Beide quittierten jeweils fünf Treffer aus 18 Spielen.

Die spannendsten Ligen der Nation:
Dass der Abstiegskampf nichts für schwache Nerven ist, diese Binsenweisheit traf in dieser Saison vor allem auf die Kreisliga C Darmstadt zu. Dort lagen am Ende nur vier Punkte zwischen dem achten und dem 15. (und damit letzten) Tabellenplatz. Die letzten drei Teams waren punktgleich, die Mannschaften auf den drei Plätzen davor hatten gerade mal einen Zähler mehr.

Verrückt geht es auch an der Tabellenspitze der Kreisliga Süd Salzland (Sachsen-Anhalt) zu. Dort hat zwei Spieltage vor Rundenende sogar noch der Tabellensechste realistische Chancen auf die Meisterschaft. Die ersten vier Klubs weisen allesamt 48 Punkte auf, der Fünft- und Sechstplatzierte folgen mit 46 Zählern.

Die größten Ligen der Nation:
Was haben die 3. Liga, die Oberliga Niederrhein, die Landesliga Nordost Bayern und die Kreisliga C Limburg-Weilburg gemeinsam? Sie alle umfassten 20 Mannschaften in der Saison 2012/2013. Gleiches traf auf die Regionalliga Bayern und die Regionalliga West zu.

Alle Spiele, alle Tore: Von der Bundesliga bis zur Kreisklasse und quer durch alle Altersklassen und Wettbewerbe wurden deutschlandweit fast 1,4 Millionen Partien in der Saison 2012/2013 ausgetragen. Dabei fielen über 7,4 Millionen Tore. Spitzenreiter ist Bayern als größter Landesverband mit knapp 237.000 Spielen und rund 1,25 Millionen Toren. Dahinter folgen Niedersachsen (178.300 Spiele, 1,03 Millionen Tore) und Westfalen (148.000 Spiele, 866.300 Tore). Bremen bringt es als kleinster Landesverband auf fast 8900 Begegnungen und mehr als 55.000 Treffer.