Joachim Streb und Franz Schmidt machen nun doch weiter
Dennoch sind der Posten des Kassiers und eines Beisitzers vakant
 
RAITENBUCH (29.04.2012) - Joachim Streb als 1. Vorsitzender und Franz Schmidt als sein Stellvertreter führen die Amtsgeschäfte der DJK Raitenbuch auch in den nächsten zwei Jahren. In der Versammlung vor vier Wochen hatten die beiden zwar erklärt, dass sie nicht mehr kandidieren werden. Nachdem jedoch keine anderen Mitglieder bereit waren, Verantwortung zu übernehmen, ließen sich Schmidt und Streb in der außerordentlichen Mitgliederversammlung – nach langen Gesprächen im Vorfeld – am Samstagabend doch noch einmal wählen. Damit bewahrten sie den Verein vor der Auflösung. Allerdings konnten nicht alle Posten besetzt werden. Offen geblieben sind ein Beisitzer und der Kassier.

„Die Hauptsache ist aber, dass der Verein weiterbesteht“, sagte Schmidt unter dem Beifall der 43 anwesenden Mitglieder. Streb bemängelte indes, dass keiner mehr bereit ist irgendetwas für den Verein zu machen. Bei der weiteren Wahl wurde Anni Schmidt als Schriftführerin bestätigt und auch Maximilian Schmidt wurde erneut als Beisitzer gewählt. Für die scheidenden Jörg Forster, Karl-Heinz Wegerer und Matthias Wittmann wurden Jakob Meierle und Irmgard Kammerbauer neu in das Gremium gewählt. Als vierten Beisitzer wünschte sich die Vorstandschaft einen Fußballspieler aus der ersten oder zweiten Mannschaft. Allerdings kam diesem Wunsch kein anwesender Fußballer nach.
 
Erneut ohne Führung
Bisheriger Vorstand tritt nicht mehr an - Verein droht die Auflösung

RAITENBUCH (01.04.2012) – Die DJK Raitenbuch steht ohne Vorstand da. Bei der Jahreshauptversammlung am Samstag, 31. März 2012 im Adlersaal des Gasthauses Bayer konnten keine Nachfolger für die scheidenden Funktionäre gefunden werden. Eine erneute Versammlung wurde bereits für Samstag, 28. April terminiert. Falls auch in dieser außerordentlichen Mitgliederversammlung niemand als Vorstand kandidiert, droht dem größten Verein der Gemeinde mit den Sparten Fußball, Tennis, Taekwondo und Gymnastik gar die Auflösung.

Bürgermeister Josef Dengler, der zum Wahlvorstand ernannt wurde, hoffte noch, dass es nicht wieder ein Trauerspiel wie vor zwei Jahren wird (den Bericht vom Jahr 2010 finden Sie hier). Denn schon damals musste man bei der Wahlversammlung ergebnislos auseinandergehen, weil niemand bereit war, für das wichtigste Vereinsorgan zu kandidieren. Erst in einer zweiten Versammlung konnten die Vorstandsposten schließlich besetzt werden. Doch Denglers Hoffnung wurde nicht erfüllt. Nach rund einer Stunde brach der Wahlleiter auch heuer die Kandidatensuche ab. „Es hat jetzt keinen Sinn mehr“, meinte Dengler, der selbst 14 Jahre lang Vorsitzender des Vereins war. Allerdings haben ihn die Gespräche mit anwesenden Vereinsmitgliedern positiv gestimmt. „Natürlich sind auch Unwägbarkeiten dabei, weil potentielle Kandidaten auch eine verlässliche Mannschaft um sich haben wollen. Aber ich sehe durchaus Chancen“, bekräftige er.

Bereits vor der Wahl erläuterte DJK-Diözesanvorsitzender Nikolaus Schmidt den 56 anwesenden Mitgliedern in dieser „existenzbedrohenden Stunde“ die Wichtigkeit des Ehrenamts. „Ob man im DJK-Verein einen Posten übernimmt hängt weder von der beruflichen Qualifikation noch von der Freizeit ab, sondern alleine von der Einstellung und der Identifikation mit dem Verein“, betonte Schmidt. Dass es jedoch immer weniger Freiwillige gebe, ist auch ihm nicht entgangen: „Dieses Phänomen gibt es immer mehr. Das ist ein Spiegelbild unserer Gesellschaft“. Bei der DJK muss gleich eine komplett neue Führungsmannschaft gewählt werden, da Joachim Streb (1. Vorsitzender), Franz Schmidt (2. Vorsitzender), Johann Harrer (Kassier) und Anni Schmidt (Schriftführerin) für eine weitere Kandidatur nicht mehr zu Verfügung stehen. Darüberhinaus werden auch nicht alle Beisitzer weiter machen.

Bis zum 28. April gilt es nun, weiter mit Nachdruck nach potentiellen Kandidaten zu suchen, die den Sportverein die nächsten zwei Jahre führen werden. Angesichts dieses prekären Tagsordnungspunktes geriet die übrige Versammlung fast zur Nebensache. Vorsitzender Streb bedankte sich bei seinem Team, das neben dem Familienfest auch wieder den Weihnachtsmarkt ausgerichtet hat. Nachdem das Sportheim im abgelaufenen Jahr renoviert und teilweise umgebaut wurde, musste Kassier Johann Harrer ein Minusergebnis ausweisen. „Hätten wir diese dringend erforderliche Maßnahme nicht durchgeführt, dann wäre sogar ein Überschuss übrig geblieben“, meinte Harrer und ergänzte: „Man kann also trotzdem sagen, dass der Verein solide gewirtschaftet hat und auf gesunden Beinen steht.“

Bedenklich ist allerdings die rückläufige Mitgliederentwicklung. Gehörten dem Verein zum Jahresende 2009 noch 711 Mitglieder an, waren es 2010 schon nur noch 686 und Ende 2011 waren es 641 Mitglieder. 15 Zugängen standen gleich 60 Abgänge gegenüber, was im Jahr 2011 einen Rückgang von 45 Mitgliedern bedeutete. Die Berichte der Abteilungsleiter lagen in gewohnter Form schriftlich vor.