"Dollnstein ist unser Verein"

Neustart in der B-Klasse - 18 Zusagen - Hans-Jürgen Hofer übernimmt Traineramt

Eichstätter Kurier vom Sa./So. 11./12.02.2012 von Norbert Dengler

Dollnstein - Der Dornröschenschlaf ist beendet. Die DJK Dollnstein wird zur Saison 2012/13 wieder mit einer ersten Mannschaft am Fußball-Punktspielbetrieb teilnehmen. Von 18 Spielern hat der Verein bereits eine feste Zusage, weitere Gespräche mit potentiellen Kandidaten laufen. Mittelfristig soll sogar eine Reserve angemeldet werden.

Harte und turbulente Zeiten liegen hinter der DJK. Im März 2010 wurde die zweite Mannschaft vom Spielbetrieb zurückgezogen, dann war der Posten des ersten Vorsitzenden lange Zeit vakant und die Vereinsgeschäfte wurden von Thorsten Vierring kommissarisch weitergeführt. Schließlich musste im April 2011 auch noch die erste Mannschaft aufgrund von Spielermangel abgemeldet werden. Für den neuen DJK-Boss Willi Wenzl war es dann natürlich eine mehr als undankbare Aufgabe, die Abmeldung der Fußballmannschaft ausgerechnet bei seiner ersten Generalversammlung verkünden zu müssen. „Die Frage lautete aber gleich: Wann geht es wieder weiter?“, erzählt Wenzl, der weiterhin berichtet, dass das Vereinsleben dadurch schon ein wenig gelitten hat. „Viele, die sonst zu jedem Heimspiel auf den Sportplatz kamen, sieht man jetzt nur noch einmal im Jahr.“ Seit seiner Wahl machte er sich deshalb mit seinen Vorstandskollegen, allen voran dem zweiten Vorsitzenden Michael Sigl Gedanken für einen Neustart. Mehrfach sind sie bei ihren ehrgeizigen Bemühungen von einzelnen belächelt worden, wie Sigl anmerkt. Die Verantwortlichen ließen sich aber nicht unterkriegen – allen Widerständen zum Trotz. Mittlerweile hat der Verein Fakten geschaffen. Und dies nicht zuletzt dank Hans-Jürgen Hofer, der die DJK schon einmal trainierte und auch in der bevorstehenden Saison die Kommandos geben wird. „Er war die treibende Kraft“, loben Wenzl und Sigl unisono den C-Lizenzinhaber für Leistungssport, der erst kürzlich auf einer Trainerfortbildung in Oberhaching war. „Denn wenn er sich nicht dazu bereit erklärt und die Gespräche mit den Spielern geführt hätte, dann wäre es sehr schwer geworden, das alles überhaupt zu realisieren“, so die beiden weiter.

Gemeinsam am Ball: Erster Vorsitzender Willi Wenzl, der künftige Trainer Hans-Jürgen Hofer und Michael Sigl (von links nach rechts). - Foto: Dengler.

Im November vergangenen Jahres wurde es konkret. Die Funktionäre nahmen zu den sechs Dollnsteiner Fußballern, die derzeit in der U19 in einer Spielgemeinschaft mit dem SV Marienstein auf Tore- und Punktejagd gehen, Kontakt auf. Deren einhellige Meinung war: „Dollnstein ist unser Verein und wir haben hier ideale Bedingungen.“ Die DJK hatte also von Andreas Eder, Julian Hofer, Martin Mayr, Alexander Rütten, Luis Stiefenhofer und Jonas Wagner ihre ersten definitiven Zusagen. „Sie sind halt heimatverbunden“, freut sich Wenzl und Hofer ergänzt: „Auch die Eltern stehen dahinter. Das ist ganz wichtig.“ Schließlich soll das Sextett den Grundstock der neuen Mannschaft bilden und der künftige Trainer weiß um die Qualität dieser Spieler, die zuletzt in der A- und B-Jugend zweimal hintereinander Meister wurden und zuvor auch schon Erfolge auf Kreisebene (2004: U11-Kreismeister und Sparkassen-Pokalsieger, 2006: 1000 Minuten ohne Gegentor, 2011: U19-Sparkassen-Pokalsieger) verbuchen konnten. Dazu gesellen sich mit Christoph Gangl, Fabian Gangl, Andreas Margraf, Dominik Worsch und Matthias Worsch fünf weitere Spieler, die sich vorübergehend der zweiten Mannschaft des SVM angeschlossen hatten und dort „eigentlich nur geparkt waren“, wie es Sigl formuliert. „Die Fünf hatten uns schon bei ihrem Weggang die Zusage für eine Rückkehr gegeben, falls es in Dollnstein wieder eine Mannschaft geben wird“, erklärt Sigl. Diese Verpflichtungen waren also nur eine Formsache. Mit Manuel Straßer konnte zudem bereits ein Spieler reaktiviert werden.

Darüber hinaus hat die DJK von sechs weiteren Spielern ebenfalls die Zusage bekommen. Allerdings müssen die Betroffenen erst noch das Gespräch mit ihren derzeitigen Vereinen suchen und sich dort abmelden. Bei Bedarf würde Hofer während der laufenden Saison – nach Rücksprache mit dem A-Jugend-Trainer – auch auf den einen oder anderen U 19 Spieler wie Markus Bittl, Felix Lenz, Fabian Munninger oder Felix Posner zurückgreifen. Notfalls stehen auch einige der AH-Spieler Gewähr bei Fuß.

Die DJK muss ganz unten in der B-Klasse anfangen. Aufgrund der langen Tradition und dem Ansehen des Vereins im weiten Umkreis haben die Verantwortlichen um Hofer aber durchaus ambitionierte Ziele und wollen sich in einem überschaubaren Zeitraum nicht nur mit einem Aufstieg zufrieden geben. Einig ist sich das Trio, „dass, wenn es kameradschaftlich und sportlich läuft, in der Winterpause noch andere Spieler dazu stoßen.“ Hofer sagt: „Es ist unser Ziel, eine neue Einheit zu formen und den sportlichen Erfolg zu suchen, ohne aber auch die heutzutage enorm wichtige Kameradschaft und den Gemeinschaftssinn aus den Augen zu lassen.“ Dass dies klappt, davon ist man fest überzeugt. Die DJK Dollnstein scheint den Tiefpunkt überwunden zu haben. Spätestens im Sommer rollt dann auf dem Sportgelände am Fuße des Burgsteinfelsens wieder der Ball.

Der Verein
Die DJK wurde im Jahr 1921 gegründet. Nach der Auflösung durch die NS-Behörden im Jahr 1933 erfolgte die Wiedergründung am 07.10.1957. Derzeit hat der Verein über 600 Mitglieder, die in den Sparten Fußball, Gymnastik, Gardetanz, Laufen, Tennis und Volleyball Sport treiben können. Aktuell sind fünf Jugendmannschaften für den Spielbetrieb gemeldet. Die U7 und U9-Junioren spielen in Dollnstein, die U15, U17 und U19-Junioren bilden eine Spielgemeinschaft mit dem SV Marienstein. Die gute Zusammenarbeit mit dem Nachbarverein in der Jugendarbeit wird auch in der kommenden Saison fortgeführt. Die Glanzzeiten der ersten Mannschaft liegen schon eine Weile zurück. Höhepunkt waren sicherlich die Spielzeiten 1974/75, 75/76, 84/85 und 85/86, in denen die Dollnsteiner in der damaligen A-Klasse (jetzt Kreisliga) kickten. Nicht zu vergessen ist die Deutsche DJK-Diözesanmeisterschaft der A-Jugend im Jahr 1969. Größtes Talent, das aus dem Verein hervorgegangen ist, war Albert Bittlmayer, der für den 1. FC Nürnberg und Tennis Borussia Berlin insgesamt 55 Spiele in der ersten und zweiten Bundesliga bestritt. Durch eine schwere Krankheit und dem allzu frühen Tod war ihm eine größere Karriere nicht vergönnt.