„Josch“ Wagner: 365 Tore wie einst Gerd Müller

Die DJK Stopfenheim verabschiedete ihren langjährigen Fußball-Torjäger

Weißenburger Tagblatt vom Montag, 18. Juli 2011

STOPFENHEIM - Der Vergleich zwischen der DJK Stopfenheim und dem TSV 1860 Weißenburg (1:1) war zwar „nur“ ein Testspiel, aber dennoch war es aus einem speziellen Grund ein ganz besonderes Fußballmatch: Vor dem Anpfiff verabschiedete die DJK nämlich ihren langjährigen Torjäger Johannes „Josch“ Wagner.

Sein Name wird stets untrennbar mit den großen Erfolgen und Aufstiegen des Dorfvereins bis hin zu einer stolzen Zeit von vier Jahren in der Bezirksliga verbunden bleiben. „Josch Wagner ist nicht nur für Stopfenheim ein ganz besonderer Spieler. Sein Name ist in der Fußballregion für alle ein Begriff“, sagte sein langjähriger Mitspieler Daniel Börlein bei der Verabschiedung und überreichte zusammen mit Kapitän Christian Wachter eine Torjägerkanone sowie eine Collage mit Zeitungsbildern und Überschriften aus Wagners Karriere, die leider auch von einigen Verletzungen (zwei Kreuzbandrisse) überschattet war.

Seit 1993 – also 18 Jahre lang – spielte Johannes Wagner für die erste Mannschaft der Stopfenheimer und erzielte dabei insgesamt 365 Pflichtspieltore in der einstigen B-Klasse (heute Kreisklasse), in der Kreisliga sowie in der Bezirksliga. Eine Zahl, die sofort Assoziationen weckt, denn der legendäre „Bomber der Nation“, Gerd Müller erzielte für den FC Bayern München 365 Bundesligatreffer. „So wie Gerd Müller bei den Bayern und für Deutschland eine Legende ist, so ist es Josch Wagner für uns hier in Stopfenheim“, stellte Daniel Börlein fest.



Die meisten seiner Tore gelangen dem inzwischen 35-jährigen Ausnahmestürmer und Vater einer kleinen Tochter in der Kreisliga. In elf Jahren (1996 bis 2003 sowie von 2007 bis 2011) waren es genau 237 Treffer. Eine Marke, an die im Jura-Oberhaus so schnell wohl keiner herankommen wird. Hinzu kamen noch etliche Tore in Freundschafts- und Pokalspielen. Insgesamt absolvierte „Josch“ Wagner 602 Spiele für die DJK, bei der er auch als Torwart einsprang.

Herausragend war sicherlich die Saison 1998/99: Mit 40 Toren knackte Wagner die magische Marke und stand – wie so oft – an der Spitze der Torjägerliste. In vier Jahren Bezirksliga (2003 bis 2007) brachte es der DJKler auf 61 Treffer. Begonnen hatte sein Triumpfzug über die Sportplätze der Region jedoch in der einstigen B-Klasse mit 67 Toren in drei Jahren (von 1993 bis 96).

Johannes Wagner hätte natürlich die Möglichkeit gehabt, höherklassig zu spielen, blieb jedoch stets seinem Heimatverein verbunden. Hier kickte er nicht zuletzt an der Seite seiner drei Brüder Christian, Stephan und Dominik bei der DJK, deren Vorsitzender sein Vater Fritz Wagner ist. Dominik ist nun der einzige noch aktive Spieler aus dem Quartett. Neben der Heimatverbundenheit war für den Goalgetter stets auch seine zurückhaltende und bescheidene Art ein Markenzeichen, und seine ausgesprochene Fairness: So korrigierte er einmal sogar in einem Kreisliga-Spiel beim TSV 1860 Weißenburg II eine Entscheidung des Schiedsrichters und gab zu, dass der vom Referee gepfiffene Elfmeter keiner war – und das mitten im Abstiegskampf, in dem beide Teams steckten.

Zum Abschied lief Johannes Wagner, der beruflich seinen eigenen Forstbetrieb hat, nun gegen Weißenburg noch einmal für eine knappe Halbzeit auf. Das Stopfenheimer 1:0 erzielte sein Nachfolger als Torjäger, Johannes Börlein. In der zweiten Hälfte glich Markus Dietze für den TSV 1860 zum 1:1-Endstand aus.