Gruppeneinteilung im Rekordtempo abgesegnet

Vereine des Jura Südens hatten keine Einwände – Fünf Kreis- und A-Klassen sowie zehn B-Klassen

Weißenburger Tagblatt - 08.07.2011
TREUCHTLINGEN - Ohne jegliche Diskussionen haben die Fußball-Spielleiter aus dem Gebiet Jura Süd quasi im Rekordtempo die neue Einteilung der Ligen für die Saison 2011/2012 mit je fünf Kreis- und A-Klassen sowie mit insgesamt zehn B-Klassen abgesegnet.

Im Vorfeld waren durchaus Debatten erwartet worden, doch offenbar waren alle Anwesenden mit dem Konzept der Kreisspielleitung einverstanden. Wie Gruppenspielleiter Wilfried Kleemann erklärte, sei es infolge der B-Klassen-Einführung kaum noch möglich gewesen, den bisherigen Reservespielbetrieb aufrechtzuerhalten. So wurden alle zweiten (und teils auch dritten) Mannschaften komplett in den aufstiegsberechtigten Spielbetrieb integriert. „Jetzt hat es der Verband also geschafft, die Reserven schleichend einzugliedern, und wir können nicht mehr frei entscheiden“, kommentierte Matthias Schwarz vom SV Burgsalach unter großem Beifall der gut 100 anwesenden Spielleiter und Funktionäre im Sportheim des VfL Treuchtlingen in Gstadt.

Saisonschluss am Samstag
Priorität haben bei der Einteilung, so Kleemann, vor allem geografische Aspekte genossen. Außerdem wollen die Verantwortlichen durch den gleichen Schlüssel für alle Ligen erreichen, dass möglichst Reserve-Vorspiele möglich sind. Gekickt wird in allen Klassen auf Kreisebene vom 6./7. August bis 3./4. Dezember. Weiter geht es nach der Winterpause am 10./11. März bis zum 9. Juni. Saisonschluss soll in der anstehenden Spielzeit erstmals an einem Samstag sein.

Nach den Kreisligisten votierten auch die Jura-Süd-Vereine der Kreisklassen abwärts für dieses Novum. Jetzt müssen nur noch die Clubs im Jura Norden und im Neumarkter Gebiet bei ihren Tagungen zustimmen. Wochenspieltage sind nicht vorgesehen, in den kleineren Gruppen werden die Mannschaften häufiger spielfrei sein. Nachholspiele finden im Normalfall freitags statt.

Während der VfB Ostheim, die DJK Dollnstein und der Türk KV Weißenburg keine Mannschaften mehr gemeldet haben, taucht mit dem FC Nagelberg ein neuer Verein auf. Der Zusammenschluss der Nachbarvereine SV Schambach, FC Dettenheim und TSV Dietfurt geht mit drei Mannschaften an den Start (zweimal A-Klasse, einmal B-Klasse). Weitere Vereine mit drei gemeldeten Mannschaften sind in der neuen Saison der FC/DJK Weißenburg, der SV Seligenporten und der TSV Katzwang.

Neu ist auch, dass mit der SG Solnhofen/Mörnsheim II und der SG Pfofeld/Absberg II erstmals Reservespielgemeinschaften ins Rennen gehen. Willi Birkhan von der SG Ramsberg/ St. Veit gönnt den betroffenen Vereinen zwar diese Regelung, findet es jedoch nicht fair: „Wir in Ramsberg und St. Veit mussten eigens einen neuen Verein gründen und müssen nach wie vor doppelt Gebühren zahlen.“

Eine „Sauerei“
Das ist aus Birkhans Sicht schlichtweg eine „Sauerei“. Er kündigte einerseits einen Beschwerdebrief an den Bayerischen Fußball-Verband (BFV) an und andererseits den Austritt des Altvereins SpVgg St. Veit aus dem Verband zum Ende des Jahres – um Kosten zu sparen. Kreisspielleiter Anton Pfahler sagte zu dem Thema, dass der BFV in puncto Spielgemeinschaften offenbar die Richtlinien „stillschweigend“ geändert und gelockert habe. Auch er habe erst vor Kurzem erfahren, dass die Zustimmung des Bezirksspielausschusses inzwischen ausreicht.

Festhalten will der Kreis Neumarkt/Jura an den Entscheidungs- und Relegationsspielen – gerade weil es in den vergangenen Wochen so „phänomenal gelaufen ist“, wie Wilfried Kleemann mit Blick auf Zuschauerzahlen von 1000 und mehr sagte. „Diese Spiele sind einfach das Salz in der Suppe.“

Zwischen der Kreisliga und den Kreisklassen bleibt alles beim Alten. Das heißt, die zwei Kreisliga-Dreizehnten spielen mit den fünf Kreisklassen-Vizemeistern um nindestens zwei freie Plätze. Zwischen den Kreisklassen und A-Klassen wird es dagegen keine Rele­gation geben. Aus jeder Kreisklasse steigen zwei Teams ab und aus den A-Klassen klettern die Meister und Vizemeister nach oben. In den A-Klassen steigen die beiden Letzten direkt ab, die fünf Tabellendreizehnten spielen mit den zehn B-Klassen-Vizemeistern Relegation (es sind also insgesamt 15 Teams beteilgt). Die zehn B-Klassen-Meister steigen allesamt direkt auf.


Kattenhochstatter Reserve war fairstes Team im Gesamtkreis

Rückblick auf die vergangene Fußballsaison im Bereich Jura Süd

TREUCHTLINGEN - „Die Saison 2010/2011 ist im Großen und Ganzen ordentlich und reibungslos verlaufen.“ Dieses Fazit hat Fußball-Gruppenspielleiter Wilfried Kleemann bei der Tagung für die Vereine des Jura Südens im VfL-Sportheim in Treuchtlingen-Gstadt gezogen.

Besonderes Lob heimste dabei die Eintracht Kattenhochstatt ein, die mit ihrer Re­servemannschaft (A-Klasse 3) zum zweiten Mal in Folge die fairste Mannschaft im gesamten Kreis Neumarkt/ Jura war. Mit nur 16 Gelben Karten und ohne jeglichen Platzverweis in 26 Partien lag die Eintracht-Zweite ganz vorn in der Fairnesstabelle aller 271 am Spielbetrieb beteiligten Mannschaften. Spielertrainer Christopher Wolf-Freidhöfer nahm die Plakette, die Urkunde und einen Ball für diesen besonderen Erfolg in Empfang. Noch nachgereicht wird der entsprechende Fairnesspokal, den der Stifter und Rother Landrat Herbert Eckstein in den kommenden Wochen zu einem passenden Termin persönlich über­reichen will.

Das traurige Ende der Fairnessskala zierte ein anderes Teams aus dem Jura Süden, nämlich die TSG Solnhofen II. Sie brachte in der B-Klasse 4 das „Kunststück“ fertig, in nur 21 Spielen (das Team wurde in der Endphase der Saison zurückgezogen) 52 Gelbe, zehn Gelb-Rote und vier Rote Karten zu kassieren. Hinzu kamen zwei Nicht­antretungen und zwei Mannschaftsmeldungen. Macht einen Quotienten von 58,10. Zum Vergleich: Die Eintracht-Zweite hatte 6,15.

Auch Meisterurkunden vergeben
In den einzelnen Klassen hießen die Fairnesssieger DJK Gnotzheim (KK-Mitte), FC/DJK Weißenburg (KK-Süd), TSV Bernlohe (A1), FC Kalbenstienberg (A2), SV Schambach (A4), FC Geilsheim II (B3) und DJK Pollenfeld II (B4). Die Meister der Spiel­klassen wurden zum Teil schon bei den diversen Aufstiegsfeiern von der Kreisspielleitung geehrt, erhielten vielfach aber auch erst jetzt bei der Tagung ihre Urkunden. Im einzelnen hießen die Meister: FC/DJK Weißenburg (KK-Süd), DJK Veitsaurach (KK-Mitte), DJK Obererlbach (A2), TSG Ellingen (A3), DJK Raitenbuch (A4), SV Cronheim II (B3) und FC/DJK Weißenburg III (B4).

Wilfried Kleemann ließ die Saison in den Spielklassen seines Zuständigkeitsbereichs noch einmal Revue passieren, beleuchtete die vielfach spannenden Entscheidungen, aber auch die Mannschaftsrückziehungen und die weiter gestiegene Zahl von x:0-Wertungen wegen Nichtantretens. Allein 71 Ausfälle waren es bei den aufstiegsberechtigten Reserven im Kreis Neumarkt/Jura, bilanzierte Sportgerichtsvorsitzender Alfred Stumptner in diesem Zusammenhang. „Das ist doch etwas zu hoch.“ Er verwies ferner auf insgesamt 667 Sportgerichtsfälle im Kreisgebiet (ein Plus von vier Prozent). Des Weiteren kamen Schiedsrichterobmann Hans Jäger („Wir sind im Kreis gut aufgestellt“) und Kreisspielleiter Anton Pfahler zu Wort.

Letzterer beleuchtete wie schon bei der Kreisliga-Tagung den Toto­pokal und den Hallenfußball, wobei er den Überraschungserfolg des Pokalfinalisten SC Stirn sowie das „Super-Ereignis“ der Hallenendrunde in Weißenburg hervorhob. Pfahler dankte nicht zuletzt seinen Mitstreiteren Wilfried Kleemann, Thomas Jäger und Rudolf Harmel für die „enorme Arbeit“ bei der Klasseneinteilung und auch den Vereinen für die gute Zusammenarbeit.



Kritik am BFV - Murren über Passgebühren
Vereinsvertreter beklagten die Erhöhungen durch den Verband

TREUCHTLINGEN - Das Murren war unüberhörbar. Die schleichende Eingliederung der Reserven in den Aufstiegskampf ist vielen Fußballfreunden schon länger ein Dorn im Auge. Derzeit ärgern sich die Spielleiter und andere Verantwolrtiche vor allem über die erhöhten Passgebühren, die der Bayerische Fußball-Verband (BFV) den Vereinen aufgebürdert hat. Bei der Jura-Süd-Tagung in Treuchtlingen machten sie ihrem Unmut Luft,

Die als „moderat“ angekündigte Erhöhung fiel dann doch saftig aus: Statt 15 Euro wie bisher müssen die Fußballclubs 50 Euro bezahlen, wenn sie für einen Neuzugang einen Spielerpass ausstellen bzw. umschreiben lassen. „Wir haben zehn Neuzugänge, das macht 500 Euro“, rechnete Willi Birkhan von der SG Ramsberg/St. Veit vor. „Da muss man viele Wurstsemmeln verkaufen, um das wieder reinzuholen“, schickte er hinterher.

Martin Hilpert vom SV Möhren beklagte generell die finanzielle Belastung, die der Verband seinen Vereine zumute. Der Vertreter des FV Obereichstätt rechnete derweil vor, dass sein Verein früher den Schiedsrichter von dem bezahlt habe, was die Spieler der Reserven im Sportheim verzehrt hätten. Durch die verstärkte Trennung von ersten und zweiten Mannschaften falle auch diese Einnahme „dank“ des BFV weg.

Bei vielen Spielleitern drängt sich der Verdacht auf, dass durch die steigenden Gebühren letztlich der Verwaltungshaushalt des BFV bezahlt werden müsse. Der anwesende Bezirksvorsitzende Uwe Kunstmann hielt dem entgegen, dass die eingenommenen Gelder vom Verband wieder in Projekte und Schulungen gesteckt werden und damit al­len Amateurvereinen zugutekommen. „Der Verband behält das Geld ja nicht für sich“, sagte Kunstmann. Gerade die höheren Passgebühren seien auch „ein Schutz für die kleineren Vereine“, weil ihnen dadurch die Spieler nicht so leicht weggeholt würden. Für diese Aussage erntete der Bezirksvorsitzende Gelächter, denn viele im Saal bezweifelten, ob ein vermeintlich großer Club wegen 50 Euro Passgebühr auf die Verpflichtung eines neuen Spielers verzichten würde.

So oder so müssen die Vereine die höheren Kosten tragen (außer bei Neuausstellung und bei JFG-Umschreibungen), denn so ist es beim Verbandstag beschlossen worden. Wie es dabei abgelaufen ist, das war für Kreisspielleiter Anton Pfahler ein „schwarzes Kapitel“. Aus seiner Sicht haben „wohl 80 Prozent der Anwesenden bei der Abstimmung nicht gewusst, wofür sie votieren“. Insgesamt kann Pfahler in diesem Punkt den Verdruss der Vereine „verstehen“.

Entnommen von: www.nordbayern.de