Vizemeister hat keine Chance

Durch Strukturreform: Zweite sind in der neuen Saison aus dem Rennen – Preis für FC/DJK

Weißenburger Tagblatt
WEISSENBURG/OCHENBRUCK - Bei der gemeinsamen Tagung der 32 Fußball-Kreisligisten des Gebiets Neumarkt/Jura im Sportheim des TSV Ochenbruck kam Spielleiter Anton Pfahler in seinem Saisonrück-blick regelrecht ins Schwärmen.

Die Spannung in beiden Ligen und den Relegationsspielen wie auch bei der Hallenkreismeisterschaft ließ diesen pathetisch von einem „Sommer- und Wintermärchen des Fußballs im Kreis Neumarkt/Jura“ sprechen, mit dem Entscheidungsspiel um die Meisterschaft der Kreisliga Jura zwischen Solnhofen und Großschwarzenlohe als „Sahnehäubchen“.

Einziger Wermutstropfen bei einer Reihe von Relegationsspielen war nach Pfahlers Worten das Abschießen von Feuerwerkskörpern. Auch wenn dies aus Freude über den Sieg geschehe, sei dies nicht statthaft, widersprach Neumarkts Schiedsrichterobmann Michael Tittmann in dem Punkt ganz entschieden dem Kreisspielleiter, der eher ein Auge zudrücken würde. „Es ist eine unmissverständliche Anweisung an die Schiedsrichter, eine Meldung zu schreiben“, stellte Tittmann klar. Pfahler seinerseits kann vor allem nicht nachvollziehen, dassin diesen Fällen der Platzverein bestraft wird.

„Raubeine“ des ESV, fairer FC/DJK
Pfahler erinnerte an das Mammutprogramm in beiden Spielklassen mit 18 (Jura) und 17 Vereinen (Neumarkt). Der Terminhatz und die daraus re­sultierenden Verletzungen haben manchen Vereinen die Saisonziele gekos­tet, resümierte er. Bei so einigem mangelte es aber auch an der Disziplin. Während die DJK Limes 09 (Quotient 15,00) und der SV Rasch (18,13) jeweils ohne jede Gelb-Rote und Rote Karte durch die Saison kamen und mit dem Fairnesspreis ausgezeichnet wurden, waren die Kicker des ESV Treuchtlingen mit drei Roten Karten, neunmal Gelb-Rot und 116 Verwarnungen (Quotient 45,29) die mit Abstand größten „Raubeine“ beider Kreisliga-Staffeln.

Dass sich Fairness und Erfolg nicht gegenseitig ausschließen, bewies der FC/DJK Weißenburg. Der Meister war zugleich das fairste Team in der Kreisklasse Jura Süd. 45 Gelbe und nur eine Rote Karte bedeuteten für den Kreisliga-Aufsteiger auch in der Fairnesswertung Platz eins in der Tabelle der KK-Süd. Fußball-Abteilungsleiter Manfred Haselmayer vom FC/DJK nahm in Ochenbruck den entsprechenden Preis entgegen.

Schiri-Obmann Tittmann berichtete vom „erfreulichen Leis­tungsstand“ der Schieds­richter des Kreises: Acht Aufsteiger und kein Absteiger bedeuten, dass nun 25 Schiedsrichter, da­runter vier Frauen, aus dem Kreis Neumarkt/Jura ab der Bezirksliga aufwärts an der Pfeife sind. Sorgen bereitet den Unparteiischen dafür der Altersschnitt. Zwischen 25 und 40 Jahren sei der Bedarf am größten, legte Tittmann dar und richtete einen Appell an die Vereine, geeignete Personen vorzugsweise aus dieser Altersklasse zu den nächsten Neulingslehrgängen zu schicken.

667 Sportgerichtsfälle Der Vorsitzende des Kreissportgerichts, Alfred Stumptner, berichtete von einer leichten Steigerung der Fälle (insgesamt 667) um vier Prozent. Zu der Problematik mit den Feuerwerkskörpern wies der Sportrichter darauf hin, dass es strikte Anweisung „von oben“ sei, dies zu ahnden. Das Sportgericht sei jedoch „dezent“ an die Fälle herangegangen und habe Geldstrafen im unteren Bereich der möglichen Bandbreite verhängt. Beide Kreisliga-Staffeln spielen 2011/2012 mit 16 Vereinen. Der Meis­ter steigt in die Bezirksliga auf, während der Vize diesmal keine Aufstiegs­chance hat: Wegen der Spielklassenreform auf Verbandsebene gibt es keine Relegation zwischen Kreis- und Bezirksliga.

Aus jeder Kreisliga-Gruppe steigen die drei Letzten direkt ab. Die Tabellendreizehnten beider Kreisligen spielen wie gehabt in der Relegation mit den Vizemeistern der Kreisklassen um die freien Plätze (mindestens zwei) im Kreisoberhaus. Saisonstart in allen Spielklassen von der Kreisliga bis zur B-Klasse ist am 6./7. August. Gespielt wird bis zum 3./4 Dezember. Start aus der Winterpause ist am 10./11. März 2012; die Saison endet am 9./10. Juni. Ostern und Pfingsten sind frei, und auch Wochenspieltage sieht der Rahmenterminplan nicht vor.

Am Totopokal nehmen 152 Vereine teil. Die ersten drei Spieltage sind gesetzt; die folgenden Runden bis zum Endspiel wurden bei der Tagung ausgelost. Auftakt ist bereits heute und morgen. Das Finale ist auf den 21. August terminiert. Abschließend gab Anton Pfahler eine dezente Empfehlung pro Futsal: „Probiert es mal aus“, forderte der Kreisspielleiter die Vereinsvertreter auf. Im vergangenen Winter haben acht Mannschaften aus dem Kreis bei dieser Form des Hallenfußballs mit­gemacht. Kreismeister wurde der TSV Georgensgmünd.

Kreisliga Neumarkt/Jura 1
DJK Limes, DJK Schwabach (A), DJK Veitsaurach (N), FC/DJK Weißenburg (N), FV Dittenheim, SpVgg Roth (A), SV Bar­thelmesaurach, SV Cronheim (N), SV Großweingarten, SV Marienstein, TSG Roth II, TSV Absberg, TSV Heideck, TSV Katzwang, TSV Kornburg II (N), TSV Pfofeld.

Kreisliga Neumarkt/Jura 2
FC Schwand, DJK Herrnsberg, DJK Litzlohe (N), DJK Berg, FC Haunstetten (N), FC Holzheim, SV Lauterhofen, SV Mühlhausen, SV Pölling, SV Rasch, TSV 04 Feucht, TSV Greding, TSV Ochenbruck, TSV Pyrbaum, TSV Wolfstein (N), TV Hilpoltstein. (A steht für Absteiger, N für Neuling bzw. Aufsteiger)




Neumarkter Nachrichten

Spannende Saison mit ein paar Wermutsraketen
SCHWARZENBRUCK - Die Kreisligisten SV Rasch und DJK Berg bestreiten am Samstag, 6. August, das Eröffnungsspiel zur neuen Saison im Fußballkreis Neumarkt/Jura. Bei der Tagung der Kreisligaclubs beim TSV Ochenbruck kam Spielleiter Anton Pfahler beim Rückblick auf die abgelaufene Saison regelrecht ins Schwärmen.

Angesichts der Spannung in beiden Ligen und den Relegationsspielen, wie auch bei der Hallenkreismeisterschaft sprach Pfahler von einem „Sommer- und Wintermärchen des Fußballs“ im Kreis. Einziger Wermutstropfen bei den Entscheidungs- und Relegationsspielen (mit dem Entscheidungsspiel um die Meisterschaft der Kreisliga Jura zwischen Solnhofen und Großschwarzenlohe vor 1400 Zuschauern als „Sahnehäubchen“) seien die Feuerwerkskörper gewesen, die Fans bei einigen Partien abschossen.

Schiedsrichterobmann Michael Tittmann widersprach in diesem Punkt entschieden dem Kreisspielleiter, der vor allem nicht nachvollziehen konnte, dass bei einem Entscheidungsspiel auch der Platzverein bestraft wird. Dass der Schiedsrichter darüber Meldung machen müsse, sei eine unmissverständliche Anweisung des Verbands, so Tittmann. Alfred Stumptner vom Kreissportgericht pflichtete ihm darin bei. Das Sportgericht sei jedoch dezent an die Fälle herangegangen und habe Geldstrafen im unteren Bereich der möglichen Skala verhängt.

Kreisspielleiter Pfahler erinnerte an das Mammutprogramm in beiden Spielklassen mit 18 (Jura) und 17 Vereinen (Neumarkt). Die Terminhatz und die daraus resultierenden Verletzungen haben manchem Verein das Saisonziel gekostet. Ein Beispiel dafür sei der FC Holzheim, der aufgrund von Verletzungen in der Rückrunde einbrach und Winkelhaid die Meisterschaft überlassen musste.

In Sachen Fair-Play-Wertung war der SV Rasch vorbildlich, die Schiedsrichter verhängten gegen ihn keine einzige gelb-rote oder rote Karte. Ebenfalls ohne jeden Feldverweis kam der TSV Pyrbaum durch die Saison. Am Ende der Skala steht der SV Pölling mit 91 gelben, sieben gelb-roten und zwei roten Karten. Den Rekord an roten Karten – fünf – hält Absteiger 1. FC Altdorf, doch auch die Kicker des Henger SV, der ebenfalls in die Kreisklasse abstieg, waren mit neun Ampel- und drei roten Karten in dieser Hinsicht keine Waisenknaben.

Ein weiterer Fairnesspreis ging an die DJK Litzlohe. Allerdings für die zweite Mannschaft, die in der B- Klasse 1 mit einem Quotienten von 8,0 das fairste Team stellte und im gesamten Kreis hinter Kattenhochstadt II den zweiten Platz in der Fairnesswertung belegte. Die Litzloher „Erste“ braucht sich dahinter aber nicht zu verstecken. Der Kreisliga-Aufsteiger wurde in der Kreisklasse Nord mit einem Quotienten von 18,21 hinter dem SV Höhenberg (16,07) Zweiter.

Nur der Meister steigt auf
Schiri-Obmann Tittmann berichtete vom erfreulichen Leistungsstand der Referees des Kreises: 25 pfeifen ab der Bezirksliga aufwärts; es hat keinen Absteiger gegeben. Sorgen bereitet den Unparteiischen allerdings die Altersstufe zwischen 25 und 40 Jahren. Hier sei der Bedarf am größten. Tittmann appellierte an die Vereine, geeignete Personen zu den Neulingslehrgängen zu schicken.

Der Vorsitzende des Kreissportgerichts, Alfred Stumptner, berichtete von einer leichten Steigerung der Fälle (insgesamt 667) um vier Prozent, die in diesem Rahmen zu tolerieren sei.

Beide Kreisliga-Staffeln spielen in der Saison 2011/2012 mit 16 Vereinen. Durch die Spielklassenreform auf Verbandsebene steigt am Ende der Saison nur der Meister in die Bezirksliga auf. Der Tabellenzweite hat diesmal keine Chance, weil die Relegation zwischen Kreis- und Bezirksliga entfällt.

Aus jeder Staffel gibt es drei Direktabsteiger. Die 13. beider Kreisligen spielen wie gehabt in der Relegation mit den Vizemeistern der Kreisklassen um die freien Plätze (mindestens zwei) im Kreisoberhaus.

Saisonstart von der Kreisliga bis zur B–Klasse ist am 6./7. August. Gespielt wird bis zum 2. Advent, 3./4. Dezember. Der Start aus der Winterpause erfolgt am 10./11. März 2012; die Saison endet am 9./10. Juni. Ostern und Pfingsten sind frei und Wochenspieltage sind ebenfalls nicht vorgesehen.

Am Pokal nehmen 152 Vereine teil. Die ersten drei Spieltage sind gesetzt; die folgenden Runden bis zum Endspiel wurden während der Tagung ausgelost. Auftakt ist bereits am heutigen Mittwoch. Mit Ausnahme des TSV Winkelhaid und TSV Berching, die bereits in der dritten Runde am Ball sind, greifen die Bezirksligavereine aufwärts in der vierten Runde ins Geschehen ein. Das Pokalkreisfinale steigt am 21. August.

Entnommen von: www.nordbayern.de