Keine Bengalos, bitte!

Appelle bei der Spielleitertagung in Neumarkt

Neumarkter Nachrichten - 11.07.2011
NEUMARKT - Der 1.FC Neumarkt- Süd ist Gastgeber der Spielleitertagung für Kreis-, A- und B-Klassen gewesen. Dabei wurden mit Höhenberg, Deining und Rohr die drei fairsten Teams ausgezeichnet. Die neue Saison beginnt für alle Klassen am Wochenende 6. und 7. August und endet am 9./10. Juni 2012.

In der vollen Halle im Sportheim des 1.FC Neumarkt-Süd ließ Spielleiter Rudolf Harmel die Saison Revue passieren. Unrühmlicher Höhepunkt waren zwei Spielabbrüche in der Kreisklasse Neumarkt Nord. Harmel musste hier kritisieren und loben zugleich: „Nach den unschönen Vorfällen beim Spiel ASC Sengenthal gegen SV Postbauer hat der Verein seine Führungsmannschaft fast komplett ausgetauscht.“

Der Partie müssen wohl bereits im Internet Anfeindungen vorausgegangen sein, die sich dann am Spieltag entluden. Sorge bereietet Harmel die Zahl von acht Spielen in der B-Klasse, bei denen Mannschaften einfach nicht angetreten sind. Erfreulich hingegen sei die Entwicklung bei den Schiedsrichterkosten.

Schiedsrichterkosten gelobt
Und das war der Part von Neumarkts Schiedsrichter-Obmann Michael Tittmann. In der Kreisklasse Neumarkt Nord lagen die durchschnittlichen Schiedsrichterspesen bei 38,99 Euro (Vorjahr 38,09). In der Abteilung Süd waren es 40,67 (40,25). In der A-Klasse Neumarkt 1 36,40, Neumarkt 2 38,12 und Neumarkt 3 37,83. In den B-Klassen zwischen 32,07 (B1) bis 36,32 Euro (B4).

Noch bei der Kreisligaspielleitertagung in Ochenbruck hatte es Irritationen bei den Schiedsrichterkosten im Kreis Parsberg gegeben. Auf Nachfrage eines anwesenden Vereins stellte Tittmann klar: „Wir versuchen, die Anfahrtskosten niedrig zu halten. Doch es hat auch keinen Sinn, einen Schiedsrichter aus dem Nachbarort zu einem Spiel zu schicken, denn das dankt einem wiederum der Gastverein nicht, indem er ihm Voreingenommenheit vorwirft.“

Deshalb werden Tittmann und sein Kollege Oliver Johannes – zuständig für die Einteilung in den A- und B-Klassen – von der bisherigen Praxis nicht abweichen, die durchschnittlichen Kosten werden wohl aufgrund der steigenden Spritpreise kommende Saison kaum niedriger werden. Auch wegen des Ökologiegedankens sei es wünschenswert, wenn Vereine für Testspiele ihre eigenen Schiedsrichter nominierten – eine Meldung bei Tittmann vorausgesetzt. Ausgenommen hiervon sind Partien gegen die höherklassigen Teams ASV und Seligenporten, da hierfür der Bezirk einen Schiedsrichter ansetzen muss.

Nicht neu, aber dennoch gern vergessen, ist die Ersatzschiedsrichter-Telefon-Hotline, die der Verband eingerichtet hat. Unter 09837/976518 wird an den Spieltagen (Sonntag) von 10 bis 18 Uhr Name, Rufnummer und Wohnort des Ersatzschiedsrichters angesagt. Die Vereine dürfen für die Spiele, die um 15 Uhr stattfinden, diese Nummer wählen, wenn um 14.45 Uhr noch kein Schiedsrichter am Platz ist. Die Rufnummer sollte in allen Sportheimen hinterlegt sein. Und noch eine Bitte formulierte Tittmann: „Ihr dürft euch gerne bei mir über einen Schiedsrichter beschweren, doch bitte nicht am Sonntagabend um 22 Uhr vom Stammtisch aus.“ Meist kochten da noch zu sehr die Emotionen hoch. Montagmittag verliere der geschilderte Vorgang oft auf wundersame Weise an Dramatik.

Regeländerungen hatte Tittmann keine zu erklären, dafür mussten er und Sportgerichtsrepräsentant Alfred Stumptner über ein neues Phänomen dozieren: Bengalische Fackeln am Spielfeldrand. „Sagen Sie Ihren Zuschauern, dass die Strafen dafür empfindlich sind“, warnte Stumptner. Und tatsächlich: Bei drei stark besuchten Relegationsspielen zündeten Zuschauer bengalisches Feuer – der jeweilige Verein blechte bis zu 300 Euro.

Spielausfälle auffallend

In 41 Sitzungen diskutierte das Kreissportgericht über 667 Fälle, das sind vier Prozent mehr als im Vorjahr. Sehr auffällig seien die 71 Spielausfälle bei zweiten Mannschaften gewesen. Am Rande der Veranstaltung prophezeite Tittmann in einem Gespräch in den kommenden Jahren einen weiteren Rückgang zweiter Mannschaften. „Der demographische Wandel und die neuen Spielklassen sind nicht zuträglich für zweite Mannschaften, das ist so mein Bauchgefühl“, so Tittmann.

Anton Pfahler – zuständig für den Pokalwettbewerb – monierte noch, dass er im vergangenen Jahr neun Pokalspiele X:0 werten musste, weil ein Team nicht angetreten war. Beim vom BFV geliebten Wintersport Futsal stellte er lediglich fest, dass er im vergangenen Winter bemüht war, acht Mannschaften für ein Turnier zusammenzukratzen. Er wundere sich nur, dass es im Kreis Nürnberg eine viel höhere Akzeptanz erführe als hierzulande.

Die drei Fairnesspreise heimsten drei Vereine aus dem Landkreis ein: Für den SV Höhenberg nahm Thomas Moosburger (zuletzt erste Mannschaft, nun Alte Herren) die Urkunde in der Kreisklasse Neumarkt Nord entgegen. Für den 1.FC Deining war Abteilungsleiter Helmut Meier vor Ort, dessen Team das fairste in der A-Klasse 2 war. Christian Betz spielt im fairsten Team der A-Klasse 3: die DJK Rohr.

Was sonst noch geschah
Ein Vertreter der DJK Zell verkündete, dass sein Verein seine zweite Mannschaft zurückzieht. Die Spielleiter Anton Pfahler und Rudolf Harmel ließen noch über einen Antrag abstimmen, den letzten Spieltag geschlossen am Samstag, 9. Juni, stattfinden zu lassen. Der positive Effekt wäre gewesen, dass die Vereine gleich nach dem letzten Spiel ihre Saisonabschlussfeiern begehen hätten können. Der Vorschlag wurde von zwei Dritteln der Anwesenden aber abgelehnt. Die Argumentation war wohl, dass zu viele Fußballer an den Samstagen berufstätig sind. Und die stolze Summe von 5400 Euro mussten Vereine Strafe an den Bayerischen Fuß­ballverband zahlen, weil sie ihre Ergebnisse zu spät oder gar nicht an die zentrale Datenbank gemeldet hatten. Die Eintrittspreise für Kreis-, A­und B-Klassenbegegnungen bleiben stabil bei drei Euro (ermäßigt: zwei Euro).

Die Fair-play-Wertung Kreisliga: 1. SV Rasch: 58 gelbe Kar­ten, 2. SV Lauterhofen: 49 gelb, 2 gelb-rot, 1 rot, 3. SV Mühlhausen: 50 gelb, 1 gelb-rot, 2 rot. Schlusslicht: SV Pölling: 91 gelb, 7 gelb-rot, 2 rot, 1 Meldung des Schiedsrichters über Fehlverhalten des Teams.

Kreisklasse Neumarkt Nord: 1. SV Höhenberg: 41 gelb, 2 gelb-rot, 2. DJK Litzlohe 47 gelb, 2 gelb-rot. Schlusslicht: SV Postbauer: 74 gelb, 12 gelb-rot, 2 rot, 1 Spielabbruch, 1 Meldung wegen Fehlverhaltens der Zuschauer.

Kreisklasse Neumarkt Süd: 1. FC Haunstetten: 40 gelb, 3 gelb-rot. Schlusslicht: DJK Untermässing: 82 gelb, 4 gelb-rot, 1 Spielabbruch.

A-Klasse 1: 1. Stöckelsberg: 36 gelb, 1 gelb-rot, 2. Trautmannshofen: 41 gelb, 2 gelb-rot. Schlusslicht: Eismannsberg: 76 gelb, 12 gelb-rot, 1 rot, 1 Meldung wegen Fehlverhaltens des Teams.

A-Klasse 2: 1. FC Deining: 29 gelb, 1 gelb-rot, 2. Woffenbach II 38 gelb, 3. Lauterhofen II: 30 gelb, einmal nicht angetreten. Schlusslicht: Döllwang: 50 gelb, 5 gelb-rot, 1 rot, 1 Spielabbruch.

A-Klasse 3: DJK Rohr: 41 gelb, 1 gelb-rot, 2. Göggelsbuch: 41 gelb, 3 gelb-rot, 1 rot. Schlusslicht: Pfaffenhofen: 63 gelb, 7 gelb-rot, 2 rot, 3 Meldungen Team, 2 Meldungen Zuschauer.

B-Klasse 1:
1. DJK Litzlohe II: 22 gelb, 1 gelb-rot, 2. Stauf II: 34 gelb. Schlusslicht: Oberferrieden: 56 gelb, 3 gelb-rot, 1 rot, zweimal nicht angetreten.

Die neue Einteilung der Mannschaften in ihre Spielklassen steht noch nicht endgültig fest, da einige Vereine um „Versetzung“ gebeten haben

Entnommen von: www.nordbayern.de