FC OBI gegen SV LBS

Glosse aus dem Weißenburger Tagblatt vom Samstag/Sonntag, 26./27.02.2011

Wo soll das alles bloß noch hinführen, wenn sich Fußballvereine schon so anhören wie Fernsehsendungen. Gut, Deutschland sucht den Superstar wird mit DSDS abgekürzt, das wissen wir auch. Doch der neue FC DSD Nagelberg ist schon verdammt nah dran an Dieter Bohlens Casting-Kürzel. Gesucht wird am Nagelberg freilich kein neuer Superstar, sondern es handelt sich schlichtweg um einen flotten Fußball-Dreier der Orte D(ietfurt), S(chambach) und D(ettenheim).

Nun sind solche Sportler-Hochzeiten in den vergangenen Jahren ja in Mode gekommen. Die Jura-Kicker von Kaldorf, Titting und Erkertshofen haben ihren Grenzwall fallenlassen und flugs die DJK Limes hochgezogen. Am Hahnenkamm spielen Heidenheim und Hechlingen Doppelpass und auch auch an die SG (Spielgemeinschaft) Ramsberg/St. Veit haben sich alle gewöhnt – nicht zuletzt auch die zwei Dörfer selbst, was besonders bemerkenswert ist: es ist noch gar nicht allzulange her, dass die Veiter eine Dankeswallfahrt nach Wemding machten (zu Fuß!), weil sie die benachbarten Ramsberger auf dem grünen Rasenrechteck besiegt hatten. Ein Moment für die Ewigkeit.

Doch jetzt wird gemeinsame Sache gemacht, was auch andernorts durchaus zu empfehlen ist. Wir schlagen beispielsweise einen weiteren Zusammenschluss auf dem Jura vor. Aus dem SSV Oberhochstatt und dem SV Burgsalach-Indernbuch würden wir den FC OBI machen. Dass hätte den Vorteil, dass man sich die mühsame Sponsorensuche schenken könnte. Die gleiche Taktik würden wir im südlichen Landkreis anwenden. Der TV Langenaltheim, die Sportfreunde Bieswang und die TSG Solnhofen gehören einfach zusammen, das ist doch längst klar. Ebenso der Name: Hier würde zwangsläufig der SV LBS entstehen – Sponsor wieder inklusive.

Das Spielchen lässt sich beliebig fortsetzen und wird Schule machen. Einziges Problem: irgendwann weiß keiner mehr, wo er zum Fußballspielen hinfahren muss. Wer kennt außerhalb des Landkreises schon den Nagelberg? Welche OBI-Filiale sollen wir ansteuern? Und wo zum Teufel befindet sich gleich wieder die LBS-Zentrale? Nun, das geht den Juniorenfußballern mit ihren JFG’s (Hopfenland, Rezatgrund, Heidenberg und Co.) schon lange so.

Vielleicht sollte man sich ein Beispiel an der Eintracht Emetzheim-Kattenhochstatt-Holzingen-Weimersheim, kurz EKHW, nehmen. Sie ist und bleibt trotz aller Fusionen die Eintracht Kattenhochstatt – und hat auch noch ein hübsches, symbolträchtiges Kleeblatt als Wappen.

UWE MÜHLING



Lesen Sie hier den Bericht: Dettenheim, Schambach und Dietfurt gründen den DSD Nagelberg.