"Nichts mit Fairplay zu tun"

Marienstein II setzte im Nacholspiel gegen Ettenstatt Spieler aus der "Ersten" ein

Entnommen aus: Weißenburger Tagblatt vom Sa/So 26./27.09.2009 von Uwe Mühling

ETTENSTATT (um) Der Ettenstatter Trainer Reinhard Weglehner war „maßlos enttäuscht“. Aber nicht etwa weil seine Mannschaft im Nachholspiel der Fußball-Kreisklasse Jura Süd beim SV Marienstein II „nur“ 1:1 gespielt hatte. Nein, der Coach war deshalb sauer, weil die Gastgeber auf mehrere Spieler aus der ersten Mannschaft zurückgriffen.

„Das hat mit Fairplay wirklich nichts zu tun“, klagte Weglehner. Er und sein SCE hatten dem Wunsch der Mariensteiner entsprochen und bei der Spielverlegung wegen eines Festes mitgemacht. Noch am Dienstagabend rief Weglehner in Marienstein an und appellierte an deren Fairness. Umso erstaunter war er dann, dass die SVM-Zweite nach seinen Worten am Donnerstagabend mit fünf Spielern aus der ersten Mannschaft in der Startelf auflief. Als er den gegnerischen Trainer darauf ansprach, gab ihm dieser lapidar zur Antwort, dass man sich innerhalb der Statuten bewege. Weil bei Marienstein „Erste“ und Reserve in der Kreisklasse spielen (in den Gruppen Mitte bzw. Süd) kann der Verein aufstellen wie er will.

„Hier geht es offenbar nicht darum, Feste zu feiern, sondern feste zu bescheißen“, schimpft Weglehner. Er appelliert an seine Trainerkollegen, dass sie aus Fairnessgründen auch weiterhin bei Spielverlegungen mitmachen sollen. Allerdings sollten sie auch genau überlegen, welchen Hintergrund und welche Auswirkung das bei manchem Gegner hat.

Ungeachtet der Mariensteiner Aufstellung ging es in der ersten Hälfte recht ausgeglichen zu. Die Führung der Gastgeber konnte Martin Russer in der 42. Minute ausgleichen. Die Vorarbeit leistete Andreas Winter. Nach der Pause hätten beide Teams das Spiel gewinnen können, allerdings gab es beiderseits jeweils zwei Lattentreffer. Auf Seiten des SCE waren Daniel Breutel und Martin Russer die Pechvögel. Trainer Weglehner attestierte seiner Mannschaft eine „gute kämpferische Leistung“. Das Unentschieden war aus seiner Sicht gerecht, auch wenn unterm Strich ein „fader Beigeschmack“ bleibt.