Gaukler und Jongleur: Markus Hörmann schießt Tore wie am Fließband

Der 26jährige erzielte bisher 217 Pflichtspieltore in neun Jahren Seniorenfußball

von Norbert Dengler (Eichstätter Kurier, Sa/So 25./26.07.2009)

Eichstätt - Wenn der VfB Eichstätt am Samstag Nachmittag sein Debüt in der Landesliga feiert, dann ist ein Spieler ganz besonders heiß auf seinen Einsatz. Besser gesagt auf Tore. Die Rede ist von Top-Torjäger Markus Hörmann.

„Jetzt kann der Markus beweisen, dass er die Qualität hat, um sich auch in der Landesliga durchzusetzen“, sagt sein ehemaliger Trainer Christoph Heckl. Denn in der Saison 2007/08 spielte Hörmann unter Heckl für die Reserve des FC Ingolstadt 04. In seinen wenigen Einsätzen – auch bedingt durch eine Verletzung und die zahlreichen Abstellungen aus dem Profikader – erzielte der offensive Mittelfeldspieler nur ein mageres Törchen. Dabei pflastern Tore seit jeher die Karriere von Markus „Hörminator“ Hörmann. Sagenhafte 217 Punktspieltreffer erzielte der 26jährige in neun Jahren Seniorenfußball. Das entspricht einem Schnitt von 24,11 Toren pro Saison. Hinzu kommen unzählige Freundschafts-, Pokal- und Hallenspieltore.

Bereits als Jugendspieler wurde der sympathische Torjäger für die erste Mannschaft des VfB Mörnsheim freigemacht und erzielte prompt 30 Treffer. Anschließend wechselte er zum ESV Treuchtlingen und trug mit 10 Toren zum Aufstieg in die Bezirksoberliga bei. Im Folgejahr erzielte er „nur“ fünf Treffer. Doch fortan begann auf allen Fußball-Plätzen im Kreis Jura die „Hörmann-Show“. Mit 50 Toren in der Saison 2003/04 und 44 Toren im Folgejahr schoss er seinen Heimatverein Mörnsheim quasi im Alleingang von der A-Klasse bis in die Kreisliga. „Ich war noch jung und wollte mehr“, erinnert sich Hörmann und wechselte schließlich zum VfB Eichstätt. Sensationelle 33 Tore (2005/06) bedeuteten nicht nur die Torjägerkanone, sondern auch Platz eins für die Domstädter, für die er in zwei Bezirksoberliga-Saisonen weitere 20 (2006/07) beziehungsweise 24 Mal (2008/09) erfolgreich war. Die Gesamtbilanz liest sich wie folgt: 217 Tore, vier Mal Liga-Torschützenkönig, ein Mal Zweiter und sechs Aufstiege mit den jeweiligen Mannschaften. Besonderer Höhepunkt: sechs Tore binnen 45 Minuten im Bezirksligaspiel gegen den SC Bajuwaren München (12:2).

„Hörmann ist Gaukler und Jongleur gleichzeitig“, sagt sein jetziger Trainer Erich Hock mit einem Schmunzeln. „Er schießt die Tore nur, weil seine Mitspieler gut für ihn zuarbeiten und ihm in der Defensive den Rücken freihalten.“ Denn nur so sind seine berühmt berüchtigten Sololäufe möglich. Der 1,81 Meter große und athletische Sportler verfügt über eine perfekte Ballannahme, versetzt mit gekonnten Körpertäuschungen den Gegner und rast mit vollem Tempo dem gegnerischen Strafraum entgegen. Dabei ist er meist schneller als die verfolgenden Gegenspieler, umdribbelt je nach Bedarf noch zwei oder drei Spieler und lässt abschließend den Torwart oft „alt“ aussehen. Denn ob er das Tor mit einem strammen Schuss, einem weichen Lupfer, einem gefühlvollen Schlenzer oder gar durch die Beine macht – alles gehört zu seinem Repertoire. „Die Leichtfüßigkeit und der perfekte Umgang mit dem Ball sind seine größten Stärken“, bemerkt Hock. Der erfahrene Trainer schwächt sein Lob aber gleichzeitig etwas ab, indem er auf Defizite im „Defensiv- und Zweikampfverhalten“ verweist. Nichtsdestotrotz ist der etatmäßige Elfmeter- und Freistoßschütze zweifelsohne ein absoluter Leistungsträger. Auch Heckl schätzt die fußballerische Qualität ähnlich ein: „Das Offensivspiel ist außerordentlich gut. Doch umso höher man spielt, desto mehr Defensivaufgaben müssen auch übernommen werden, um die Struktur der Mannschaft abzusichern“. Um sich gegen Widerstand und Härte durchsetzen, hat Heckl gar den Killerinstinkt vermisst. Eine Eigenschaft, die Hörmann ansonsten während seiner Karriere stets ausgezeichnet hat.

Jetzt erhält Hörmann endlich die Chance, um seinen Ex-Trainer Heckl Lügen zu Strafen, sich in der Landesliga zu beweisen und sein Torkonto weiter in die Höhe zu schrauben. Am besten gleich mit Toren zum Saisonauftakt. Markus Hörmann ist bereit.


Die zweite Chance: Vor zwei Jahren spielte Markus Hörmann mit dem FC Ingolstadt II bereits
in der Landesliga, erzielte ein Tor. Jetzt kehrt er mit dem VfB Eichstätt zurück. - Foto: Traub