Veränderungen im Amateurfußball

Coaching-Zone in der BOL und Bezirksliga - Reserven spielen zwei Stunden vorher

Die Punkte, die am meisten Unverständnis und Kopfschütteln bei den Vereinen hervorriefen, verkündete Gruppenspielleiter Wilfried Kleemann auf der Spielleitertagung im Sportheim des SV Schambach zuletzt. Kleemann teilte nämlich unter anderem mit, dass es bereits "von oben" beschlossene Sache ist, dass die Reserven künftig zwei Stunden vor Spielbeginn der ersten Mannschaft das Vorspiel bestreiten. Getroffen wurde diese Entscheidung, da angeblich mehrfach beobachtet worden sei, dass die 1. Mannschaften nicht anfangen konnten, weil die Reserven ihr Spiel noch nicht beendet hatten.

Weiterhin teilte er mit, dass künftig in der Bezirksoberliga und Bezirksliga die "Coaching-Zone" eingeführt wird. In der darauffolgenden Saison werden diese "Zonen" auch in der Kreisliga, den Kreisklassen und A-Klassen eingeführt werden, so Kleemann. Lesen hierzu bereits einen aktuellen Bericht.

Entnommen aus: http://www.nn-forchheim.de von Beke Maisch vom 02.07.08

Bundestrainer Joachim Löw hat sie bei den Europameisterschaften berühmt gemacht: Die Coachingzone. Der Bayerische Fußballverband hat nun beschlossen, dass ab nächster Saison auch die BOL- und Bezirksliga-Vereine Coachingzonen vor beiden Auswechselbänken einrichten sollen. «Das ist sinnvoll«, sagt Bezirksspielleiter Ludwig Beer.

FORCHHEIM - «Das wird mehr Ruhe reinbringen«, erklärt Beer auf Nachfrage der NN. Das sei auch das Fazit aus zwei Jahren Coachingzone in der Bayernliga. Wild gewordene Trainer, die dem Schiedsrichterassistenten im Weg herumlaufen könne man so beispielsweise besser in den Griff bekommen. Immer wieder aber betont auch Beer, die Anweisung, eine technische Zone im Bezirk einzuführen, käme von «oben«, vom Verband.

Zutritt eingeschränkt
Beer will pragmatisch vorgehen: Gibt es zwischen Außenlinie und Ersatzbank zu wenig Platz, soll die Zone einfach an die Seite rücken. Genaue Meterangaben will er auch nicht vorgeben. Allerdings wird mit der Coachingzone genau geregelt, wer sich darin aufhalten darf. Die Personen müssen wohl vor Spielbeginn auf dem Meldebogen bezeichnet werden.

Die Reaktionen der betroffenen Vereine im NN-Verbreitungsgebiet sind äußerst zurückhaltend. «Wer soll kontrollieren, was sich in der Zone abspielt?«, fragt sich Harald Neudecker, Abteilungsleiter des Bezirksoberligisten SV Buckenhofen. Der Linienrichter habe genügend zu tun. Und einen Vierten Mann einzuführen, sei überflüssig und zu teuer. Die Einführung der Coachingzone sei «völlig übertrieben«.

«Keine Probleme« mit der Coachingzone hat der Bezirksoberligist SpVgg Jahn Forchheim, so Abteilungsleiter Peter Reuter. Er glaube aber nicht, dass es etwas bringe. Günther Stengl vom Bezirksligisten TSV Neunkirchen findet, die Coachingzone könnte man sich wirklich schenken. Schon jetzt werde jeder Trainer, der sich im Ton vergreift, sofort vom Schiedsrichter bestraft. Man habe in den Amateurligen auch keine 40000 Besucher, die sich durch den Trainer noch aufstacheln ließen.

Sepp Harrer braucht nur wenige Worte, um seine Meinung über die Coachingzone kundzutun: «Ein Schwachsinn ohne Ende.« Der Abteilungsleiter des Bezirksligisten DJK Weingarts weiß gar nicht wofür er die Zone einrichten soll, schließlich arbeite man in Weingarts schon seit Jahren mit einem Spielertrainer.