Steinhöfer wechselt zu Eintracht Frankfurt

Weißenburger Profi geht ab Juli von Red Bull Salzburg zu Eintracht Frankfurt - Treffen mit Trainer Funkel und Vorstandschef Bruchhagen

Entnommen aus: Weißenburger Tagblatt vom 14.02.2008 von Uwe Mühling

WEISSENBURG/FRANKFURT – Markus Steinhöfer wechselt in die Fußball-Bundesliga. Gestern Vormittag hat der 21-jährige Weißenburger bei Eintracht Frankfurt einen Dreijahresvertrag ab Juli 2008 unterschrieben. Bis zum Ende der laufenden Saison bleibt Steinhöfer noch in Diensten des amtierenden Österreichischen Meisters Red Bull Salzburg, mit dem er den Titel verteidigen will.

Seit 2006 spielt Markus Steinhöfer für Salzburg und hat hier unter Startrainer Giovanni Trapattoni den Durchbruch als Profi geschafft (bislang 36 Spiele und zwei Tore). Jetzt will er den nächsten Schritt tun und sich auch in Deutschland in der Ersten Bundesliga etablieren. „Das ist seit längerem mein großes Ziel“, betonte er gestern gegenüber unserer Zeitung. Beim derzeitigen Tabellensiebten Eintracht Frankfurt sieht er dafür gute Chancen. „Ich bin sehr glücklich über diese Entscheidung“.

Nicht zurück zu den Bayern
Grundsätzlich hatte Steinhöfer für die Saison 2008/2009 zwar einen Anschlussvertrag beim FC Bayern München, für den er von 2002 bis 2006 in der A-Jugend bzw. beim FC Bayern II gespielt hat. Eine Rückkehr zum Deutschen Rekordmeister war jedoch angesichts der dortigen Konkurrenzsituation zuletzt kein ernsthaftes Thema mehr. „Das wäre fast aussichtslos gewesen. Ich denke, bei der Eintracht bin ich besser aufgehoben und sehe dort auch gute Chancen auf einen Stammplatz“, sagt Steinhöfer. An die Bayern müssen die Frankfurter eine Ablösesumme von 900 000 Euro für den zwölffachen Juniorennationalspieler zahlen.

Die Eintracht hatte sich schon frühzeitig und intensiv um Steinhöfer, der auch bei anderen Bundesligisten im Gespräch war, bemüht. Das war für seine Entscheidung ebenso ein wichtiger Faktor wie die sportliche Perspektive. „Frankfurt ist ein gutes Mittelfeldteam in der Bundesliga und hat sogar Chancen, international zu spielen“, stellt Steinhöfer fest. Auch ein Gespräch mit Trainer Friedhelm Funkel, der auf etliche junge Akteure in seinem Team setzt, bestärkte den Weißenburger im Wechsel von der Salzach an den Main. „Ich habe einen sehr guten Eindruck von ihm. Mein künftiger Trainer ist ein sehr sympathischer und ruhiger Typ“, sagt Markus Steinhöfer.

Friedhelm Funkel war gestern bei der Vertragsunterzeichnung ebenso dabei wie Steinhöfers Spielerberater Thomas Kroth sowie der Vorstandsvorsitzende der Eintracht Frankfurt Fußball AG, Heribert Bruchhagen. Letzterer hatte gleich sehr lobende Worte für den Weißenburger parat: „Markus Steinhöfer ist ein Allroundspieler, der sowohl rechts wie auch links auf der Außenbahn spielen kann. Er ist ein junger Spieler, der auch schon internationale Erfahrung gesammelt hat.“

Für Markus Steinhöfer war es wichtig, dass der Vertrag noch vor dem Punktspielstart in Österreich (Red Bull empfängt am morgigen Freitagabend Mattersburg) unter Dach und Fach kam und damit seine Zukunft klar ist. Deshalb flog er am Dienstagabend nach dem Training in Salzburg nach Frankfurt, unterzeichnete dort gestern Vormittag den Vertrag, flog anschließend sofort zurück, um am Nachmittag schon wieder mit seiner derzeitigen Mannschaft auf dem RedBull-Gelände zu trainieren. In den kommenden Wochen und Monaten will er sich ganz auf Salzburg konzentrieren und dazu beitragen, „dass wir unseren Titel verteidigen“. Für Steinhöfer wäre es eine „tolle Sache, mich mit dem Meistertitel zu verabschieden, denn Red Bull Salzburg habe ich viel zu verdanken“.

Mit der Meisterschaft könnten die Salzburger erneut in der Champions-League-Qualifikation antreten, bei der Steinhöfer im Vorjahr noch selbst dabei war und u. a. gegen Schachtjor Donzek spielte. Bei der Eintracht hat er (noch) keinen Einfluss auf die Platzierung im weiteren Saisonverlauf. Er hofft aber, dass er vielleicht auch mit den Frankfurtern in einem internationalen Wettbewerb dabei sein kann. „Das wäre natürlich perfekt.“

Freude auf volle Stadien So oder so freut er sich, künftig auf der größeren Fußballbühne zu stehen. In Salzburg ist das 30 000 Zuschauer fassende EM-Stadion meist nicht einmal zur Hälfte gefüllt. In Frankfurt dagegen gibt es oft „volles Haus“. Der Zuschauerschnitt liegt bei 47 000, und auch auswärts warten große Arenen wie jene in München, auf Schalke, in Dortmund oder in Berlin auf den Jungprofi. „Jeder Fußballer träumt davon, in vollen Stadien zu spielen“, sagt Markus Steinhöfer, für den dieser Traum wahr wird, wenn er sich bei der Eintracht durchsetzen kann.


Ein anderer Traum, den er schon seit Kinderzeiten gehegt hat, nämlich Profi zu werden, ist für ihn auch in Erfüllung gegangen. Damals, als der kleine Markus als Knirps beim DSC Weißenburg anfing, war die jetzige Karriere noch sehr weit weg. Über den TSV Roth und den 1. FC Nürnberg kam das Talent 2002 zum FC Bayern, wo „Steini“ – so sein Spitzname – 2004 mit der U19 Deutscher Meister und im selben Jahr mit dem FC Bayern II Regionalligameister wurde. Im Jahr 2006 folgte der Wechsel nach Salzburg, wo Steinhöfer schon im ersten Profijahr Österreicherischer Meister wurde.

Aufgrund seiner Leistungen im Verein durfte er auch sein Debüt in der U21-Nationalmannschaft feiern. Hier ist er zuletzt zwar wieder aus dem Blickfeld geraten, doch der Wechsel in die Bundesliga könnte ihm auch für die deutsche Auswahl neue Perspektiven eröffnen.


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Markus Steinhöfer: Durchbruch bei Red Bull Salzburg geschafft (27./28.10.07, Weißenburger Tagblatt)

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