Sebastian Glasner aus Pappenheim: Torjäger der "Lilien"

22-Jähriger ist auf Erfolgskurs mit Darmstadt - Werben des 1. FC Köln

Entnommen aus: Weißenburger Tagblatt vom 26./27. Januar 2008 von Uwe Mühling

PAPPENHEIM/DARMSTADT – Sebastian Glasner (auf dem Foto links) ist Fußballstürmer und als solcher ist seine Gemütslage immer auch davon abhängig, ob er trifft oder nicht. „In dieser Saison läuft es für mich bislang super“, sagt der 22-Jährige, der aus Pappenheim stammt. Er spielt derzeit für den Traditionsverein und Tabellenführer der Oberliga Hessen, den SV Darmstadt 98. Dort ist er nicht nur Stammspieler, sondern mit 16 Treffern in 21 Partien auch bester Torjäger der „Lilien“, wie die Darmstädter aufgrund ihres Vereinsemblems genannt werden. Nimmt man Pokal, Freundschaftsspiele und Halle dazu, dann hat er sogar schon 28-mal getroffen.

Von dieser Seite her passt also alles, doch zuletzt machte sich bei dem Jung-Stürmer dennoch Enttäuschung breit, weil der mögliche Wechsel in die Zweite Bundesliga nicht klappte. Der 1. FC Köln zeigte großes Interesse an dem 1,87 großen Offensivmann. Mehrfach wurde Glasner vom Scoutingteam der „Geißböcke“ beobachtet und jedes Mal schienen die Späher sehr angetan zu sein. Im persönlichen Gespräch machten dann auch FC-Trainer Christoph Daum und Manager Michael Meier deutlich, dass sie von Sebastian Glasners Leistungen vollauf überzeugt sind.

Wechsel nach Köln gescheitert

Umso bitterer war es für den Pappenheimer, dass der Wechsel – zumindest fürs Erste – an der von Darmstadt geforderten Ablösesumme scheiterte. „Ich hatte in der Winterpause mehrere Angebote, der 1. FC Köln hat mir aber zweifelsohne die besten Perspektiven geboten“, sagt Glasner und spricht von einem „bisschen Resthoffnung“, dass es bis zum Ende der Wechselfrist (31. Januar) doch noch eine Lösung gibt. Falls nicht, und das ist die wahrscheinlichere Variante, wird sich Glasner auch in der Rückrunde für den SV 98 ins Zeug legen und versuchen, sich dabei weiterhin für höhere Aufgaben zu empfehlen. „Ich werde dranbleiben“, kündigt der vierfache U19-Nationalspieler an.

Vergangenen Montag sind die Darmstädter mit drei täglichen Übungseinheiten in die Vorbereitung gestartet. Im Programm ist u. a. ein Trainingslager auf Mallorca vorgesehen. Das klingt recht gut, doch Fußballer wissen, dass dies alles kein Zuckerlecken ist. Obwohl es sich um einen Verein der Amateuroberliga handelt, wird unter Profibedingungen gearbeitet. Trainer ist mit Gerhard Kleppinger ein früherer Bundesligaspieler (Schalke 04, Borussia Dortmund, Bayer Uerdingen), der für Glasner auch eine Art Mentor ist und ihn hervorragend unterstützt. Kleppinger gehörte in der Saison 1978/1979 auch schon zur damaligen Darmstädter Bundesligamannschaft. Das waren erfolgreichere Zeiten, die man bei den Hessen gerne wieder aufleben lassen möchte.

Ziel ist es für die Kleppinger-Truppe aber erst einmal, bis zum Oberliga-Start Anfang März wieder topfit zu sein, dann die Tabellenführung zu behaupten und damit die Rückkehr in die Regionalliga perfekt zu machen. Sebastian Glasners Tore werden dabei ebenso gebraucht wie die Vorlagen von Michael Anicic (früherer Jungstar von Eintracht Frankfurt). „Er spielt hinter den Spitzen und ist für mich die Hauptperson, denn er füttert mich mit Vorlagen“, sagt Glasner, der zugibt, dass er in der Hinrunde sogar das eine oder andere Tor mehr hätte erzielen können.

Bis 2006 noch beim „Club“

Vor zwei Jahren spielte Sebastian Glasner, der als Junge bei der TSG Pappenheim begann und dann über den SC 04 Schwabach zum 1. FC Nürnberg kam, noch bei den „Club-Amateuren“ in der Bayernliga. Dort sah er allerdings keine Perspektive mehr und suchte sein Fußballglück im Sommer 2006 bei Wormatia Worms in der Oberliga Südwest. Auf elf Saisontore brachte er es hier in der Spielzeit 2006/2007, wurde aber immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen. Seit Juli 2007 spielt er nun für Darmstadt, wo Glasner gehofft hatte, in der Regionalliga auflaufen zu können, doch die „98er“ stiegen ab. Auch in der Oberliga präsentiert sich der Verein jedoch auf Profiniveau und hat ein recht fußballbegeistertes Umfeld. 3 000 Zuschauer sind bei den Heimspielen keine Seltenheit.

Sebastian Glasner weiß zwar, dass Darmstadt nicht die ganz große Fußballbühne ist, dennoch macht es ihm Spaß, bei den „Lilien“ zu spielen und zu trainieren und mit dem Fußball sein Geld zu verdienen. Dass er höher hinaus will, hat er schon in jungen Jahren als sein Ziel formuliert und hart dafür gearbeitet. Aufgrund der jüngsten Erfolgsquote in der Oberliga Hessen sind seine Aussichten momentan recht vielversprechend.

Nach Pappenheim zu seinen Eltern und Freunden kommt er noch immer regelmäßig. „Dieser Kontakt ist mir sehr wichtig“, sagt „Pappe“, wie er mit Spitznamen genannt wird. In der Heimat kann er gut abschalten und zum Fußball, der ansonsten sein Leben bestimmt, auch einmal ein bisschen auf Distanz gehen. In Darmstadt lebt er zusammen mit seiner Freundin Marianna, die ihn auch schon nach Worms begleitet hatte und ihm sicherlich auch zur nächsten Station folgen wird. Vielleicht bleiben die beiden noch etwas länger, vielleicht klappt es aber doch mit dem Wechsel nach Köln. Vielleicht ja auch im Sommer?


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Lesen Sie hier Berichte von Sebastian Huber:
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