Markus Steinhöfer: Jungprofi mit starker Konkurrenz

Der 21-Jährige fühlt sich in Salzburg rundum wohl, im fehlen aber (noch) die Punktspieleinsätze

Entnommen aus: Weißenburger Tagblatt vom 10./11. März 2007 von Uwe Mühling

WEISSENBURG/SALZBURG – Drei Einwechslungen und insgesamt nur 45 Minuten Spielzeit in der österreichischen Bundesliga. Auf den ersten Blick sieht die Bilanz für Markus Steinhöfer nach den ersten Monaten beim österreichischen Bundesliga-Tabellenführer Red Bull Salzburg sehr ernüchternd aus. Doch der aus Weißenburg stammende junge Fußballprofi lässt sich von solchen Zahlen nicht unterkriegen: „Ich bin trotzdem guter Dinge.“

„Abgesehen von den Einsatzzeiten läuft es für mich hier fußballerisch optimal“, sagt Steinhöfer, der mit seinen 21 Jahren der jüngste Spieler im erlesenen Kader der Salzburger ist. Viele aktuelle und ehemalige Nationalspieler aus aller Herren Länder tummeln sich dort. Eine Multi-Kulti-Truppe, in der die Konkurrenz für den Youngster riesengroß ist. Niko Kovac, Thomas Linke, Alexander Zickler (alle früher beim FC Bayern München) sind die bekanntesten Namen in dem international erfahrenen Kader. Die beiden Trainer kennt ohnehin jeder: Giovanni Trapattoni und Lothar Matthäus.

„Quirlig und agil“
Über Markus Steinhöfer sagt das Trainerduo, dass er „sehr gute technische Voraussetzungen hat, die er im Passspiel gut umsetzen kann“. Und dass er „quirlig und agil ist“. Aufgrund seines Alters fehle ihm jedoch noch etwas die Erfahrung, und das dürfte auch der Hauptgrund sein, warum „Steini“ (so sein Spitzname) bislang in der Meisterschaft noch nicht von Anfang an gespielt hat. Zumindest ist er aber stets im Kader und auf der Ersatzbank.

„In den Freundschaftsspielen“, das traut sich Steinhöfer ganz selbstbewusst sagen, „bin ich immer einer der Besten.“ So auch jüngst bei einem Freundschaftsturnier im Match gegen den FC Bayern, für dessen Junioren und Amateure Steinhöfer von 2002 bis 2006 gespielt hat. „Der nächste Schritt“, nämlich der Sprung in die Anfangsformation bei den Salzburger Bundesliga-Partien, „liegt nicht bei mir, sondern bei den Trainern“. Weil sich Trapattoni und Matthäus – auch im persönlichen Gespräch mit dem Jungprofi – immer wieder sehr lobend über ihn äußern, ist Steinhöfer optimistisch, dass sich seine Einsätze demnächst mehren. „Spätestens ab Sommer muss ich einen Stammplatz schaffen“, hat er sich zum Ziel gesetzt.

Markus Steinhöfer gilt als eines der großen Talente aus dem Nachwuchs des FC Bayern München in den vergangenen Jahren. Ab der B- Jugend spielte er für den Deutschen Rekordmeister, wurde Deutscher A-Junioren-Meister und Regionalliga-Meister mit den Amateuren. Der Sprung von der Regionalliga-Mannschaft der Bayern zu den Profis wollte ihm jedoch nicht gelingen, sodass Steinhöfer im Sommer vergangenen Jahres in einer Blitzaktion beim österreichischen Meister Red Bull Salzburg landete. Einen zweijährigen, gut dotierten Profivertrag hat er dort unterzeichnet. Ab Sommer 2008 ist er dann mit einem Anschlussvertrag wieder für ein Jahr an den FC Bayern gebunden. Der Weg ins Münchner Profiteam soll also über den Umweg Österreich gelingen.

In der berühmten Festspielstadt Salzburg hat sich der zwölffache deutsche Juniorennationalspieler, der einst als Steppke beim DSC Weißenburg seine Karriere begann, inzwischen hervorragend eingelebt. „Das ist eine Super-Stadt! Es ist wunderschön hier zu leben,“ schwärmt Steinhöfer, der eine Wohnung im Zentrum hat. Auch das Umfeld bei dem Salzburger Fußballclub findet er bestens. Trainingsgelände, medizinische Abteilung, Trainerstab – das Beste ist gerade gut genug, denn Dietrich Mateschitz, der Chef des Sponsors und Energy-Drink-Herstellers Red Bull hat Millionen in den Verein gesteckt. Sein Ziel ist es, mit der aktuellen österreichischen Nummer eins innerhalb von zehn Jahren unter Europas Top 15 mitzuspielen.

Riesiger Vorsprung
In der Alpenrepublik haben die Red Bulls schon jetzt eine Ausnahmestellung. Nach 23 von 36 Saisonspielen – die Liga besteht aus zehn Teams, wobei jeder jeweils viermal gegen jeden spielt – haben die Salzburger 16 Punkte Vorsprung. Zuletzt bezwang der Vorjahresvizemeister den Tabellenzweiten FC Superfund Pasching durch ein Zickler-Tor mit 1:0 (Steinhöfer hatte einen Kurzeinsatz). Am heutigen Samstag kann auch der Rangdritte SV Mattersburg auf Distanz gehalten werden.

Diese Vereinsnamen verströmen nicht gerade den Duft der großen weiten Fußballwelt, und auch Steinhöfer räumt ein, dass der Rest der österreichischen Liga allein schon aufgrund der finanziellen Voraussetzungen einen schweren Stand gegen die „Bullen“ hat. Andererseits spielt er selbst in einem Team, das aus seiner Sicht in der deutschen Bundesliga sehr gut mithalten könnte. Durch die starke Besetzung der Salzburger Mannschaft „bringt einen auch jedes Training weiter“. Und die Weiterentwicklung war für ihn ein entscheidendes Kriterium beim Wechsel ins Nachbarland.

Der Zuspruch in Salzburg ist gemessen an österreichischen Verhältnissen enorm. Bei Heimspielen ist die Bullen-Arena mit 18 000 Zuschauern eigentlich immer ausverkauft. Die Stadion-Erweiterung im Hinblick auf die Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz soll zur neuen Saison abgeschlossen sein. Dann steigt das Fassungsvermögen auf über 30 000 Besucher, die auf Dauer natürlich nicht nur bei der Euro, sondern auch von den Red Bulls internationalen Fußball sehen wollen.

Auch Markus Steinhöfer wäre international gern im Einsatz. Vorerst ist er in dieser Hinsicht (noch) in der Zuschauerrolle. So auch vergangenen Mittwoch, als er seinen 21. Geburtstag in München verbrachte, mit einigen Freunden zum Essen ging und sich abschließend natürlich auch den Champions-League-Knüller zwischen den Bayern und Real Madrid nicht entgehen ließ. Das roch dann schon sehr nach der großen weiten Fußballwelt.




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Lesen Sie hier weitere Berichte über Markus Steinhöfer:
Markus Steinhöfer ist Deutscher Fußballmeister der A-Junioren (30.06.04, Weißenburger Tagblatt)

Debüt bei den Bayern-Profis: Der Weißenburger spielte jetzt mit Ballack und Co. in Ungarn (20./21.05.2004, Weißenburger Tagblatt)

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