Beer zurückgepfiffen

Bezirksspielleiter muss den Titelverteidiger SV Seligenporten setzen

Entnommen aus: Weißenburger Tagblatt vom Mi 10.01.2007

WEISSENBURG – Der SV Seligenporten hat mit seinem Einspruch beim Verbands-Spielausschuss gegen das Teilnehmerfeld der Hallenbezirksmeisterschaft am 20. Januar in Erlangen Erfolg gehabt. Als Titelverteidiger – der Landesligist gewann vergangenes Jahr das mittelfränkische Finale in Weißenburg gegen den gastgebenden TSV 1860 – dürfen die „Klosterer“ nun heuer automatisch wieder an der Bezirksendrunde teilnehmen.

Fußball-Bezirksspielleiter Ludwig Beer war zunächst von der gängigen Praxis abgewichen und hatte den Titelverteidiger nicht gesetzt. Mehr oder weniger durch Zufall hatten die Verantwortlichen des SV Seligenporten von dieser neuen Regelung erfahren: Im Internetportal des Fußballbezirks stießen sie auf die Gruppeneinteilung zur Bezirksmeisterschaft. Nach dem Namen ihres Vereins suchten die Seligenportener Kicker dort aber vergeblich.

In den vergangenen Jahren hatte sich das Feld immer aus den sechs Hallenkreismeistern, dem Ausrichter (bzw. dem Vizemeister) des gastgebenden Kreises und dem Vorjahressieger zusammengesetzt. Heuer sollte Letzterer ursprünglich durch einen dritten Starter aus dem gastgebenden Kreis Erlangen/Pegnitzgrund ersetzt werden.

Einspruch von Pfahler

Gegen diese Veränderung hatte Anton Pfahler, der Chef des Kreises Neumarkt/Jura, schon Anfang Dezember Einspruch beim Bezirk Mittelfranken eingelegt. Der wurde vom Bezirksausschuss jedoch abgelehnt: Mit der Begründung, dass eine nachträgliche Änderung des Teilnehmerfelds nur zum Verlust von Glaubwürdigkeit führen würde.

Der SV Seligenporten ließ sich mit dieser Entscheidung nicht abspeisen. Der Landesligist und amtierende Hallen-Bezirksmeister fühlte sich vor allem vom neuen Fußball-Bezirksspielleiter Ludwig Beer verschaukelt und wandte sich an den Verbands-Spielausschuss, die höchste Fußball-Instanz in Bayern. Dieser gab dem SVS Recht und pfiff Ludwig Beer zurück. Seligenporten ist beim Bezirksfinale am 20. Januar in Erlangen nun als Titelverteidiger automatisch dabei.

Warum Ludwig Beer den seit 20 Jahren bewährten Modus geändert hat, bleibt vorerst sein Geheimnis. Rückblickend räumt er jedoch einen Fehler ein und gibt zu, falsch gehandelt zu haben. Beim SV Seligenporten, der obendrein noch aus seinem Heimatkreis kommt (Beer war bekanntlich viele Jahre Kreisspielleiter im früheren Fußballkreis Neumarkt) hat sich der Bezirksspielleiter dafür entschuldigt, dass er es versäumt hat, den Verein von der beabsichtigten Änderung zu informieren.

Mittlerweile wurde die Gruppeneinteilung entsprechend geändert. Am Samstag, 20. Januar, trifft der SV Seligenporten als Titelverteidiger in der Gruppe 1 der Bezirksmeisterschaft auf die Meister der Altkreise Jura und Nürnberg sowie auf den Vize der gemeinsamen Titelkämpfe im neuen Kreis Erlangen/Pegnitzgrund. Die Gruppe 2 bilden Ausrichter SC Eltersdorf, die Meister der Altkreise Frankenhöhe und Neumarkt sowie der Meister aus Erlangen/Pegnitzgrund. Beginn der Bezirksmeisterschaft in der Halle ist um 13.00 Uhr in der Emmy-Nöther-Halle in Erlangen.

Sollte Seligenporten kommenden Samstag, 13. Januar, erneut Kreismeister im Neumarkter Gebiet werden, dann würde automatisch der dortige Zweitplatzierte nachrücken. Im Fußballkreis Jura wird die Endrunde am Freitag, 12. Januar, ab 18.00 Uhr in der Weißenburger Landkreishalle ausgespielt. Der dortige Sieger qualifiziert sich für das mittelfränksiche Bezirksfinale.

Favoritensterben
Von den neu formierten drei mittelfränkischen Kreisen spielt in diesem Winter nur Erlangen/Pegnitzgrund eine gemeinsame Hallenmeisterschaft aus. Ansonsten wurde der bisher gewohnte Ablauf beibehalten, sprich in den Altkreisen Jura, Neumarkt, Nürnberg/Fürth und Frankenhöhe wurde noch getrennt gespielt. Im Fußballkreis Nürnberg/Fürth gab es dabei in der Zwischenrunde ein regelrechtes Favoritensterben. So flogen sämtliche vier Bezirksoberligisten (SG 1883, Südwest Schwaben, Post SV und SV 73 Süd Nürnberg) aus dem Wettbewerb.