Nur einmal ganz oben....

Ein Bericht von Jochen Müller, TV 23 Eckersmühlen

...stand der FV Dittenheim in der abgelaufenen Saison 2005/2006 der Fußball-Kreisliga Jura. Das aber zum wichtigsten Zeitpunkt, nämlich NACH dem 30. Spieltag. Auf der Zielgeraden konnte der FV den TV 23 Eckersmühlen von der Tabellenspitze verdrängen und die Meisterschaft einfahren. Grenzenlos war der Dittenheimer Jubel, als man nach dem eigenen 4:0-Erfolg zum Abschluss in Rednitzhembach von der Eckersmühlener 0:2-Heimniederlage gegen Barthelmesaurach erfuhr. Nach vier Jahren schafften die Dittenheimer unter Trainer Ernst Baumgärtner damit die Rückkehr in die Bezirksliga Süd.

Zwar gehörte der FV von Beginn an zum erweiterten Favoritenkreis, den Ton gaben aber zunächst andere Vereine an. Am Rundenstart noch gut dabei und insgesamt fünfmal Tabellenführer, zog sich die DJK Titting im Verlauf der Saison immer mehr ins Tabellenmittelfeld zurück. Nur bis zur Winterpause konnte auch der einmalige Spitzenreiter SC Großschwarzenlohe ganz vorne mitmischen und musste sich im Frühjahr aufgrund von Verletzungssorgen und Sperren sogar nach unten orientieren. An elf Spieltagen und damit am öftesten stand der SV Barthelmesaurach im Jura-Oberhaus auf dem „Platz an der Sonne“. Zur Saison-Halbzeit beispielsweise hatten die „Drauracher“ als Tabellenführer noch zehn (!) Punkte Vorsprung auf den letztlichen Meister FV Dittenheim. Eine 1:2-Heimniederlage am vorletzten Spieltag gegen den SV Cronheim ließ die Aufstiegschancen nach einer eher durchwachsenen Rückserie allerdings endgültig platzen.

Fünf Runden lang durfte sich auch der ESV Treuchtlingen Tabellenführer nennen, schien dann aus dem Rennen und profitierte wie Dittenheim am letzten Spieltag von Eckersmühlens Malheur. Schon ein Punkt hätte den Eckersmühlener Youngstern zum Abschluss gegen Barthelmesaurach gereicht um sich zumindest die Aufstiegs-Relegation auf direktem Weg zu sichern. Durch die Niederlage und Treuchtlingens 3:2-Erfolg in Spalt gab es im Rennen um Platz zwei aber eine Patt-Situation, die Treuchtlingen vor 450 Zuschauern m Entscheidungsspiel in Röttenbach verdient mit 2:1 für sich entschied. Der TV 23 Eckersmühlen, der sich am 24. Spieltag die Tabellenführung erkämpft hatte (und während der gesamten Saison insgesamt siebenmal ganz oben stand), scheiterte - und das bestätigten die meisten Augenzeugen – nicht am mangelnden Können, sondern vielmehr am eigenen Nervenkostüm. Weder gegen Barthelmesaurach, noch gegen Treuchtlingen konnte die Mannschaft von Trainer Hans Lindner die Fähigkeiten abrufen, die sie zuvor nach oben gehievt hatten. Treuchtlingen freilich brachte die Relegationsteilnahme kein Glück. Schon im ersten Spiel gegen den TSV Schnelldorf war nach einer 0:6-Pleite Endstation.

Eine relativ weiche Landung in der Kreisliga gelang dem TSV Spalt (5.) nach dem desaströsen Bezirksliga-Abstieg vergangene Saison. Wären die Hopfenstädter ein paar Spieltage eher auf Touren gekommen und hätten sie zudem in den Spitzenduellen noch besser gepunktet, wer weiß, was da noch möglich gewesen wäre.

Erst „pfui“, dann „hui“ – so stellte sich der Saisonverlauf in Penzendorf (7.) und Heideck (9.) dar. Zur Halbzeit noch mussten beide um den Klassenerhalt bangen. Nach der Winterpause starteten beide aber voll durch und brachten sich mit Siegesserien früh in Sicherheit. Nicht unerheblichen Anteil an den Erfolgen ihrer Teams hatten dabei die Torjäger Berthold Schießler (Penzendorf, mit insgesamt 30 Toren Rekordschütze der Saison) und Christian Jung (Heideck, 16 Tore, davon 14 nach der Winterpause). Genau anders herum lief die Spielzeit 2005/2006 für die Mannschaften aus Rednitzhembach (8.) und Schwand (11.), die sich nach der Vorrunde als Sechster bzw. Fünfter noch im „Dunstkreis“ der Spitzenplätze befanden. Nach einer jeweils schwächeren zweiten Saisonhälfte mussten beide von ihren früh errungenen Punkten zehren um nicht in Abstiegsgefahr zu geraten.

Dieser Abstiegsgefahr konnten sich von Beginn an die drei Mannschaften nicht entziehen, die letztlich den Gang nach unten in die Kreisklassen antreten mussten. Mit den Oberbayern vom VfB Markt Mörnsheim und dem TSV Katzwang erwischte es dabei zwei Aufsteiger. Zudem musste mit dem SSV Oberhochstatt ein „Altgedienter“ die Zelte im Jura-Oberhaus abbrechen. Dramatisch gestaltete sich das Ringen um bzw. gegen den 13. Platz, der die Abstiegsrelegation bedeutete. Der SV Cronheim schien sich am vorletzten Spieltag durch den 2:1-Coup beim SV Barthelmesaurach in Sicherheit gebracht zu haben, vergab im letzten Spiel beim 2:2 gegen den SC Großschwarzenlohe aber seinen „Matchball“. Die Rother Spielvereinigung dagegen meisterte ihre Pflicht beim 3:0 über Mörnsheim und konnte sich wie im Vorjahr in ein Entscheidungsspiel um den Klassenerhalt gegen eine punktgleiche Mannschaft retten. Wie ein Jahr zuvor beim 1:0 über Unterreichenbach zogen die Kreisstädter auch diesmal gegen Cronheim (3:1 n. V.) in letzter Sekunde den Kopf aus der Abstiegsschlinge. Cronheim dagegen musste in die „Knochenmühle“ Relegation. Das erste Spiel gegen die Sportfreunde Bieswang bescherte in Markt Berolzheim noch einen 4:2-Erfolg. Das alles entscheidende Match gegen den Nord-Vizemeister TSV Rothaurach allerdings wurde auf der Anlage des TSV Wernfels mit 0:1 verloren, so dass mit Cronheim ein dritter Aufsteiger nach nur einer Saison wieder „runter“ musste. Einzig der TSV Heideck unter seinem alten und neuen (Spieler-)Trainer Jürgen Zwickel konnte in der WM-Saison als Neuling die Klasse halten.