BV Bergen zieht Mannschaft vom Spielbetrieb zurück

entnommen aus: Weißenburger Tagblatt vom 24./25.06.2006 von Uwe Mühling

BERGEN Manchen Vereinen gelingt es, sogar eine dritte Mannschaft ins Punkterennen zu schicken (siehe VfB Mörnsheim). Andere kämpfen Jahr für Jahr darum, überhaupt eine erste Mannschaft zusammenzubringen. Der BV Bergen hat den Kampf jetzt verloren. Der rund 350 Mitglieder zählende Sportverein vom Weißenburger Jura kann für die kommende Saison mangels Personal kein Team mehr zum Spielbetrieb der A-Klasse anmelden.

Vor ein paar Jahren musste man schon die Reserve zurückziehen. Das war offenbar der Anfang vom Ende, denn jetzt kann der BVB keine einzige Herrenmannschaft mehr aufbieten. "Wir haben seit Weihnachten alles versucht, doch letztlich hat es nicht gereicht", berichtet Spartenleiter Heinz Zahlbaum. Im vergangenen halben Jahr hat er mit Unterstützung von Rudi Reichart und der Vorstandschaft um Martin Weiß zahllose Gespräche geführt. Zwischenzeitlich sah es so aus, als würde es reichen, dann kamen jedoch wieder Enttäuschungen. "Wir wurden von einigen Leuten im Stich gelassen. Einige mögliche Neuzugänge haben auch gepokert und mehrere Vereine regelrecht gegeneinander ausgespielt", klagt Zahlbaum.

"Wir haben alles probiert"
Man habe "alles probiert und ganz Bergen mobil gemacht", sagt der Spartenleiter rückblickend. Die schwierige personelle Situation hatte sich schon frühzeitig abgezeichnet. Spielertrainer Willi Häußler kündigte bereites im März seinen Abschied an. Zudem wusste man auch durch die langwierigen Verletzungen von Jörg Lehmeyer, Helmut Richter und Dieter Diebl, "dass es sehr eng wird". Enttäuschend war für Zahlbaum und seine Mitstreiter, dass mehrere junge einheimische Spieler nicht mitzogen.

Als dann auch noch die Leistungsträger Michael Philipp und Reiner Hermann nicht von ihrem Wechsel zur DJK Stopfenheim bzw. zum SV Burgsalach abzuhalten waren, brach die BVB-Mannschaft wie ein Kartenhaus zusammen. Die potenziellen Neuzugänge machten einen Salto rückwärts. Die Bergener mussten Kreisspielleiter Anton Pfahler und Gruppenspielleiter Wilfried Kleemann notgedrungen ihren Rückzug aus dem Spielbetrieb des Kreises Neumarkt/Jura verkünden.

Die verbliebenen Akteure verteilen sich nun auf die Nachbarvereine. Beim BV Bergen herrscht jedoch das Prinzip Hoffnung. Heinz Zahlbaum, der auf Grund der erfolglosen Bemühungen sein Amt zur Verfügung gestellt hat, will nicht aufgeben. Zusammen mit Rudi Reichart und der Vorstandschaft möchte er im kommenden Winter einen neuen Anlauf unternehmen. Ziel: Die abgewanderten Akteure zurückholen, neue Spieler hinzugewinnen und dann ab der Saison 2007/2008 wieder mitmischen.

Ein Stück weit Hoffnungen setzt man beim BVB auch auf den Nachwuchs. Hier arbeitet der Verein bekanntlich in einer Jugendfördergemeinschaft (JFG) mit dem SV Nennslingen, der DJK Kaldorf und der DJK Titting zusammen. Hieraus könnten einige Bergener Akteure in Zukunft vielleicht neuen Schwung bei dem 33 Jahre alten Ballverein sorgen. Allein schon wegen der schönen Sportanlagen am Hochfeld hofft man, dass es künftig im Herrenbereich wieder weitergeht. Zumindest die U19 der JFG trägt dort ihre Spiele aus und sorgt ebenso für Leben auf dem Gelände und im Vereinsheim wie die Frauenfußballerinnen und die Asphaltstockschützen.