Pfahler denkt nach - Kreis- oder Bezirksambitionen?

entommen aus: Weißenburger Tagblatt vom 13.12.2005 von Roland Jainta

WEISSENBURG (rj) – Der Rother Landrat Herbert Eckstein hatte ihn bei der Weihnachtsfeier der Schiedsrichter vor wenigen Wochen als seinen „Lieblings-Kreisspielleiter“ bezeichnet. Und das war nicht einfach so dahingesagt. Im nächsten Jahr stehen im Fußball-Bezirk Mittelfranken wichtige Entscheidungen an. Die Strukturreform führt die Kreise Jura und Neumarkt zu einem größeren, leistungsfähigeren Spielkreis zusammen. Personelle Entscheidungen müssen gefällt werden, sowohl auf Bezirks- wie auf Kreisebene. Und mittendrin in den Spekulationen ist Anton Pfahler, Kreisspielleiter des Fußballkreises Jura.

Und der ist nachdenklich geworden in diesen besinnlichen Tagen. Soll er der „Lieblings-Kreisspielleiter“ des Großkreises Neumarkt-Jura werden? Soll er nach Höherem streben und Bezirksspielleiter Erich Schroll beerben? Ein Posten, der hart umkämpft sein wird vor dem Bezirkstag. Ludwig Beer, Spielleiter des Kreises Neumarkt, hat unmissverständlich erklärt, dass für ihn eine Kandidatur auf Kreisebene nicht in Frage komme und für ihn nur der Bezirksspielleiter interessant sei. Auch aus dem künftigen Großkreis Nürnberg-Frankenhöhe soll ein Bewerber kommen. Im Gespräch ist Rainer Reu, der aktuelle Juniorenleiter des Kreises Frankenhöhe. Soll sich also Anton Pfahler auf einen harten Machtkampf einlassen – und vielleicht Gefahr laufen, am Ende mit leeren Händen dazustehen? Zumal der Kreis Neumarkt bei einer Kandidatur Pfahlers zum Bezirksspielleiter für die Wahl des neuen Kreisspielleiters einen Gegenkandidaten aufstellen will.

Herz schlägt für den Kreis
Pfahler hat in den vergangenen Wochen sehr viel nachgedacht. Und er ist bereits zu einem Ergebnis gekommen, das er allerdings erst mit dem Bezirksvorsitzenden Uwe Kunstmann absprechen möchte. Sein Herz schlägt aber für den Kreis – das hat er auch am Sonntagabend beim „Tag des Ehrenamtes“ in Georgensgmünd ausdrücklich betont. Ob diese Liebe nun stärker ist als sein Ehrgeiz, auf der Karriereleiter ein weiteres Stück nach oben zu gehen? Es darf weiterhin spekuliert werden. Die Ankündigung von BFV-Präsident Dr. Rainer Koch, durch die anstehende Strukturreform den Kreisen noch mehr Gewicht zu verleihen, dürfte dem Kreisspielleiter Jura vielleicht doch die Entscheidung leichter gemacht haben.

Dass Anton Pfahler in „seinem“ Fußballkreis sehr beliebt ist, das wurde einmal mehr beim „Tag des Ehrenamtes“ deutlich. Es gibt kaum einen Funktionär, zu dem er kein freundschaftliches Verhältnis pflegt. Auch sein Umgang mit den vielen Ehrengästen, die dem Festabend beiwohnten und so dessen Bedeutung untermauerten, ist überaus harmonisch. Gemeinsam mit Dieter Habermann, dem Ehrenamtsbeauftragten im Bezirk und Kreis Jura, sorgte der Kreisspielleiter für einen würdigen Rahmen in der Gmünder Dr.-Mehler-Halle. Dass er auch noch Dr. Rainer Koch als Festredner gewinnen konnte, darf getrost als i-Tüpfelchen bezeichnet werden. Die Lachmuskeln wurden an diesem Abend ebenfalls stark strapaziert, denn der in Zirndorf („mei Herz schlägt für’n Glubb – aber a weng a für die Ferther“) wohnende Mundartdichter und Musiker Sven Bach hat das Thema Fußball auf seine humorige Art begleitet. ...