Gemeinsames Traumziel: Fußballprofi werden - Markus Steinhöfer und Sebastian Glasner

Viele Parallelen bei Sebastian Glasner (1. FC Nürnberg) und Markus Steinhöfer (FC Bayern München)

Entnommen aus: Weißenburger Tagblatt vom 23.02.2004 von Uwe Mühling

WEISSENBURG - Diese beiden Jungs haben vieles gemeinsam: Sie sind große Fußballtalente mit Offensivdrang; sie stammen beide aus dem Weißenburger Raum; sie spielten schon zusammen beim 1. FC Nürnberg und fuhren oft gemeinsam mit dem Zug zum Training oder Spiel; beide haben im Juniorenbereich mehrere Länderspiele absolviert und beide wollen Profi werden. Kein Wunder also, dass sich Markus Steinhöfer und Sebastian Glasner bestens verstehen. Gestern Mittag hatten beide schon wieder eine Gemeinsamkeit, denn sie starteten in die Rückrunde der A-Junioren-Bundesliga Süd - allerdings in zwei verschiedenen Teams: Der 18jährige Pappenheimer Sebastian Glasner spielte für den 1. FC Nürnberg, der 17-jährige Weißenburger Markus Steinhöfer für den FC Bayern München. Die Münchner hatten das Hinspiel mit 2:1 gewonnen, doch diesmal drehte der Club vor heimischer Kulisse am Valznerweiher den Spieß um und behielt seinerseits mit 2:1 die Oberhand. Den Siegtreffer erzielte in der 85. Minute Kapitän Sebastian Glasner mit einem herrlichen Freistoß in den Torwinkel. Der Erfolg im Derby war für die Nürnberger ein wichtiger Schritt in Richtung Klassenerhalt. Für den Tabellenführer aus München bedeutete die Niederlage einen Dämpfer auf dem Weg zur erhofften Meisterschaft. Wie alle anderen Nachwuchskicker, so schenkten sich auch Sebastian und Markus während der 90 Minuten nichts. Nach dem Schlusspfiff waren die beiden Freunde aber schon wieder für ein gemeinsames Foto zu haben.

"Gegen den Club zu spielen, ist schon ein Highlight in der Saison", sagt Markus Steinhöfer, der aus Weißenburg-Hagenbuch stammt. Für ihn bedeutet dieses Match ein Wiedersehen mit vielen alten Bekannten und weckt Erinnerungen an seine drei Jahre beim FCN. Derzeit dreht sich für ihn freilich alles um den FC Bayern München. "Momentan läuft es insgesamt sehr gut für mich", sagt Markus trotz der Niederlage. Seit Mitte Januar trainiert er bei den Amateuren unter Hermann Gerland und konnte am vergangenen Freitagabend im Nachholspiel im Grünwalder Stadion gegen den FC Schweinfurt eine Halbzeit lang sein Debüt in der Regionalliga der Herren feiern ­ und das mit 17 Jahren. Einerseits war die Freude natürlich groß, dass er auf Grund einiger Ausfälle in die Anfangsformation rückte und an der Seite von bekannten Fußballern wie Thorsten Fink oder Christian Lell spielen konnte. Andererseits kassierten die Bayern-Amateure als Tabellenführer die erste Saisonniederlage (0:1).

Das war genauso bitter wie die gestrige Auswärtspleite der U19 in Nürnberg. Das Manko der deutlich überlegenen Bayern war die Chancenauswertung. Als Rechtsaußen musste sich auch "Steini" (so sein Spitzname) an die eigene Nase fassen, weil er zu wenig aus seinen Möglichkeiten machte. Dennoch war zu sehen, über welches fußballerisches Potenzial er verfügt, wie er seinen Körper einsetzt und welches Spielverständnis er einbringt. Obwohl er noch zum jüngeren Jahrgang gehört ist Markus Stammspieler und auch sein Trainer Kurt Niedermayer findet, dass sich das Talent, das einst beim DSC Weißenburg angefangen hat, "sehr gut entwickelt. Der Markus hat in allen Bereichen draufgepackt", sagt Niedermayer. Er und Steinhöfer hoffen, dass es trotz des gestrigen Ausrutschers mit der Qualifikation zur Deutschen Endrunde klappt (hier sind der Meister und der Vize der Bundesliga Süd dabei). Ziel ist natürlich die Deutsche Meisterschaft.

Markus Steinhöfer macht zurzeit seinen Führerschein, kann sich ansonsten aber voll auf den Fußball konzentrieren. Nach seinem Realschulabschluss zog er im Sommer 2002 nach München ins Jugendhaus der Bayern an der Säbener Straße. Beim FCB hat er einen Drei-Jahres-Juniorvertrag bis 2005 mit anschließender beidseitiger Option für zwei weitere Jahre. Er trainiert sechs bis acht Mal pro Woche, etablierte sich zunächst in der Regionalliga-B-Jugend und nun in der Bundesliga-A-Jugend. Als nächstes will er bei den Amateuren Fuß fassen, um sich dann für den Profikader zu empfehlen. Berufsfußballspieler zu werden ist schon seit Jahren der große Traum von Markus Steinhöfer und die Experten trauen es ihm zu. Am liebsten würde er sich diesen Traum beim FC Bayern erfüllen, was angesichts der Konkurrenz allerdings eine große Herausforderung darstellt.

Auch Sebastian Glasner hat das große Ziel "Profi" vor Augen. Beim 1. FC Nürnberg spielt er seit fast vier Jahren und die meisten rufen ihn hier auf Grund seiner Herkunft (er fing bei der TSG Pappenheim an) einfach "Pappe". Das gestrige Match gegen den FC Bayern wollte er nicht besonders herausheben, wenngleich er sich natürlich riesig über seinen Siegtreffer freute. "Wie in jedem Spiel ging es für uns auch gegen die Bayern vor allem um Punkte im Abstiegskampf", sagt der Mittelstürmer. Dem Klassenerhalt mit der A-Jugend gilt sein Hauptaugenmerk in den kommenden Wochen, denn die Nürnberger rangieren im hinteren Mittelfeld.

Gleichzeitig will Sebastian auch bei den Amateuren reinschmecken. Der "kleine Club" führt immerhin die Bayernliga-Tabelle an und hat gute Aussichten, den Sprung in die Regionalliga zu schaffen. Bislang hat Sebastian, der zum älteren A-Jugend-Jahrgang zählt, schon mehrere Einsätze in der Bayernliga absolviert. Sein Vertrag beim FCN läuft noch bis Juni 2005 und er hofft, dass er sich bis dahin bei den Amateuren etablieren und sich für den Profikader empfehlen kann. "Es liegt an mir selber", weiß Sebastian, der den Sprung in den Profibereich beim Club schaffen möchte. Sein Trainer Frank Thömmes ist jedenfalls überzeugt, dass Sebastian sehr gute Vorraussetzungen mitbringt. Als Stürmer müsse er vor allem seine Effektivität verbessern. "Heute war ich sehr zufrieden mit Sebastian. Vielleicht ist bei ihm jetzt der Knoten endgültig geplatzt."

Länderspiel-Berufung
Nach Schulabschluss und Zimmermannslehre beginnt für Sebastian Glasner Anfang April der Zivildienst im Awo-Heim in Möhren. Die dortige Arbeit lässt sich nach seinen Worten recht gut mit seinen fußballerischen Ambitionen verknüpfen. Wenn er weiter hart an sich arbeitet (er trainiert im Normalfall täglich außer Mittwoch) kann Sebastian möglicherweise auch wieder mit einer Berufung in die U19-Nationalmannschaft rechnen. In vier Länderspielen hat Sebastian bereits den Adler auf der Brust getragen, zuletzt im September 2003.

Bei Markus Steinhöfer liegt das letzte Länderspiel einige Zeit länger zurück. Es war 2002 noch vor seinem Wechsel zu den Bayern. Jetzt hat er jedoch wieder eine Einladung vom DFB bekommen. In der U18-Auswahl von Trainer Uli Stielicke soll Markus in zwei Länderspielen gegen Frankreich im März sein Comeback in der Junioren-Nationalelf feiern. In diese Zeit fällt Markus Steinhöfers 18. Geburtstag. Wenn das kein gutes Omen ist.


Im Bayern Magazin (Nr. 10/55 Jhg. am 21.2.2004) war auf der Seite 56 folgendes zu lesen: ... Doch klagen ist Gerlands Sache nicht. Dann müssen eben andere Spieler in die Bresche springen. Wie Abwehrspieler Andreas Ottl, der bereits in der Hinrunde mehrfach zum Einsatz kam. Oder wie Markus Steinhöfer, Stürmer in der U19 und noch anderthalb Jahre dort spielberechtigt. Gerland: "Er ist ein außergewöhnliches Talent, das sich in den Vordergrund gespielt hat. Er hat in allen Spielen überzeugen können." Und das wollen die "Kleinen Bayern" auch weiterhin. ...