Hilfsaktion für Uwe Dumbsky

Enorme Hilfsbereitschaft für schwer erkrankten Torwart

Entnommen aus: Weißenburger Tagblatt vom Do 18.12.03 von Rainer Heubeck

BIESWANG/WEISSENBURG ­ Sein Schicksal hat in diesem Jahr Hunderte von Menschen bewegt und eine enorme Spendenbereitschaft ausgelöst: Einst leidenschaftlicher Fußball-Torhüter fesselte ein heimtückischer Tumor am Hirnstamm Uwe Dumbsky an den Rollstuhl. Andreas Köhler und Bernd Hörauf, zwei Fußballkameraden aus glücklicheren Tagen, haben eine Hilfsaktion ins Leben gerufen, für die Sportler und Nichtsportler mittlerweile 33000 Euro zusammengetragen haben. "Dass wir für Uwe soviel Geld zusammenbekommen, hätten wir nicht gedacht", sagt Bernd Hörauf damit Blick auf die überaus positive Bilanz. "Immer wieder haben mich Fußballer wie fremde Leute spontan angesprochen und mir Geld für die Hilfsaktion gegeben. Das war wirklich toll." Uwe Dumbsky hat seinen Freund auch beauftragt, allen Spendern und Unterstützern nochmals zu danken. "Diese enorme Anteilnahme war für Uwe eine ganz besondere Erfahrung", so Hörauf.

Operation definitiv nicht möglich
Doch neben der Freude über die immense Hilfsbereitschaft haben Uwe Dumbsky, seine Eltern und Freunde auch Ernüchterndes erfahren müssen. Die Narben, die jene mit Chemotherapie behandelte Geschwulst an seinem Hirnstamm hinterlassen hat, sind nicht durch eine Operation entfernbar. Die Hoffnungen des 35-Jährigen auf einen möglichen Eingriff und eine daraus resultierende Heilung haben sich leider zerschlagen.

Hörauf und Köhler hatten einen deutschstämmigen Arzt in Phönix/Arizona ausfindig gemacht, der schon Operationen am Hirnstamm durchgeführt hat. "Er hat uns eine E-Mail geschrieben und deutlich gemacht, dass Uwe durch eine Operation definitiv nicht geheilt werden kann". Gleiches bestätigte auch ein Wiener Gehirnspezialist, den die beiden ebenfalls konsultiert hatten. Ursprünglich wollten Hörauf und Köhler mit den gesammelten Sendengeldern eine Operation ihres Fußballkameraden mitfinanzieren. Da diese jedoch nicht möglich ist (auch deutsche Fachärzte lehnen eine Operation an der überaus neuralgischen Stelle ab), soll das Geld nun für künftige Rehabilitationsmaßnahmen verwendet werden. Derzeit befindet sich Uwe Dumbsky, der in Bieswang von Mutter Christa gepflegt wird, zu einer vierwöchigen Reha-Maßnnahme in Bad Aibling. Die dortige Klinik ist auf Patienten mit Gehirnverletzungen wie -erkrankungen spezialisiert und gilt als eines von zwei führenden Zentren in Deutschland.

Dort versuchen die Ärzte und Therapeuten mit speziellem Training und Methoden die Auswirkungen der demyelisierenden Enzephalomyelitis zu lindern. Denn Uwe Dumbsky ist seit seiner Erkrankung vor über zwei Jahren nicht mehr fähig zu gehen und völlig auf den rollstuhl angewiesen. Ohne Hilfen kann er kaum atmen. Zudem muss er künstlih ernährt werden, da der Schluckreflex vom Hirnstamm nicht mehr gesteuert wird. Die entzündliche Geschwulst am Hirnstamm hat auch das Sprachzentrum lahmgelegt. Verständigen kann sich der einst ebenso fröhliche wie engagierte Sportler nur über ein Buchstabenbrett, über dass er mühsam Worte und Sätze widergeben kann.

Reha-Maßnaahmen finanzieren
Die vergangenen Wochen in Bad Aibling haben Mutter Christa zufolge auf jeden Fall etwas gebracht. "Es geht im besser". Auch wenn sich die Aussichten auf eine völlige Heilung verdunkelt haben, so sieht Bernd Hörauf die Hilfsaktion mit Benefizspiel in Treuchtlingen und zahlreichen privaten Initiativen keineswegs als vergebens an. "Wir werden mit dem Geld dann eben Reha-Maßnahmen für Uwe unterstützen". Die beiden Initiatoren wollen auch künftig Spendengelder sammeln, um ihren Kameraden zu unterstützen (Spendenkonto Raiffeisenbank Weißenburg, Nummer 100 660 140, BLZ 760 696 54, Stichwort: Uwe Dumbsky). Die jetzige Reha wird wohl die letzte auf Kassenkosten sein, schätzt Hörauf. Und ein Tag in der Fachklinik mit den nötigen Behandlungen kostet schnell eine vierstellige Euro-Summe.

In Bad Aibling versuchen die Ärtze derzeit, die Atmung von Uwe Dumbsky mittels Luftkanülen zu verbessern und eine erste Verständigung über Laute zu ermöglichen. Vom Sprechen ist der einstige Sportler jedoch noch weit entfernt.



Lesen Sie in unserem Archiv:
Berichte über die Hilfsaktion für Uwe Dumbsky
- Herzlichen Dank! Eigenhändig von Uwe Dumbsky verfasst und vollständig weitergegeben
- Breite Unterstützung - Aktion wird immer größer
- Ball und Euro rollten - Veranstaltung in Treuchtlingen brachte über 10.000 Euro
- Fotos von der Benefizaktion
- "... es wird höchste Zeit "Dankeschön" zusagen!"
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