Ein Studenten-Weltmeister steht im Tor des Kreisligisten FC Schwand

Markus Buder hält Elfmeter im Finale gegen die Technische Universität Wien

Entnommen aus: Donaukurier vom Mo 10.11.03 von Robert Schmitt

Schwand (rsc) Markus Buder, der Torwart des Fußball-Kreisligisten FC Schwand, ist nicht unbedingt ein Elfmeterkiller, wie er selbst über sich sagt. "Trotzdem hält man manchmal einen", sagt der 24-Jährige. Umso größer ist allerdings der Triumph, wenn das Kunststück ausgerechnet im Endspiel eines großen Turniers gelingt: Buder hat als Torwart der Fußballmannschaft der Universität Erlangen-Nürnberg im Finale der Studenten-Weltmeisterschaft einen Elfmeter pariert und damit seinem Team den WM-Titel gesichert.

"Danach haben die Österreicher resigniert", sagt sein in Schwabach lebender Teamkollege Tom Scholl. Denn praktisch im Gegenzug nach Buders Parade haben die Mittelfranken das entschei-dende 2:0 erzielt und damit die Weltmeisterschaft gewonnen. Der Kern des 18-köpfigen Aufgebots kam aus der Landesliga und Bezirksoberliga. Zwei Spieler kicken in der Bayernliga, zwei in der Bezirksliga. Die meisten studieren Sport, doch immerhin vier stammen aus der betriebswirt-schaftlichen Fakultät. Der 28-jährige Tom Scholl hat zwar sein Betriebswirtschaftsstudium an der Fachhochschule Nürnberg bereits beendet. "Doch in dem Jahr, in dem man sein Diplom gemacht hat, darf man noch spielen", erklärt Scholl, der für den Landesligisten SC Eltersdorf spielt. Buder studiert dagegen Sport und Mathematik für das Lehramt.

Die Mannschaft der Universität Erlangen-Nürnberg spielt bereits seit mehreren Jahren in nahezu unveränderter Aufstellung und gewann 2001 und 2002 jeweils die Deutsche Uni-Meisterschaft. 2002 wurde das Team in Barcelona Europameister und war deshalb für die WM im belgischen Antwerpen qualifiziert. Erst im Halbfinale gerieten die Franken hier gegen die Süd-West-Flandern Universität aus Belgien erstmals in Rückstand. Doch mit Toren kurz vor und nach der Pause erreichten sie das Finale. Die Technische Universität Wien war der Endspielgegner, und dass die Österreicher heiß auf den Pokal waren, bewies eines: Eigens für diese Partie ließen sie drei Spieler von Rapid Wien einfliegen. Doch es half nichts: Zehn Minuten vor dem Ende hielt Markus Buder den entscheidenden Elfmeter. "Obwohl er ziemlich platziert geschossen war", erinnerte sich Buder, der sich möglicherweise doch noch zu einem Elfmeterkiller entwickelt. In seinem ersten Punktspiel nach der WM hat er bereits den nächsten Strafstoß in der Kreisliga Jura abgewehrt.

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