Fusionsgespräche
zwischen der DJK Titting und der DJK Kaldorf

Titting/Kaldorf

Von verschiedenen Seiten konnte man in der Winterpause hören, daß es zwischen den Vereinen Bestrebungen gibt, die Fußballmannschaften der beiden Nachbarorte zusammenzulegen. Inzwischen haben die beiden Vereine offiziell bestätigt, daß Gespräche stattfinden. Im Eichstätter Kurier wurde am 31. Januar 2001 unter der Schlagzeile "Fusion zwischen DJK Titting und DJK Kaldorf im Gespräch" von der Tittinger Generalversammlung berichtet.

Ursache für diese Gespräche dürften einerseits der akute Spielermangel und die Überalterung der Kaldorfer Mannschaft und auf Tittinger Seite das Trainerproblem sein. Seit der Trennung vom bisherigen Trainer Häusler wird die Mannschaft nur interimsweise von Wolfgang Wiesent betreut. Kaldorf dagegen hat mit Christian Scholz einen Trainer, der in der Vergangenheit gute Arbeit geleistet hat und angeblich auch vom VfB Eichstätt umworben wird. Es ist ein offenes Geheimnis, daß er sowohl als Spieler als auch als Trainer für die DJK Titting interessant wäre.

Die Tittinger Fußballer haben sich in einer Spielersitzung mit großer Mehrheit für eine "Fusion" mit Kaldorf ausgesprochen. Die Kaldorfer Fußballer wurden von ihrer Vorstandschaft über die Situation informiert, wobei sich auf Seiten der Spieler zwar eine Mehrheit für ein Zusammengehen abzeichnete, die maßgeblichen Spieler aber große Vorbehalte zeigten.

Die DJK-Vereine Titting und Kaldorf gehen mit diesen Gesprächen und Überlegungen ein Problem offensiv an, das sich in ähnlicher Form in vielen anderen Vereinen ebenfalls zeigt. Der nachlassende Stellenwert des Fußballs führt dazu, daß dieser Sport auf dem flachen Land nicht mehr in dem Umfang fortgeführt werden kann, wie wir es aus der Vergangenheit gewohnt sind. Spielausfälle und Mannschaftsrückziehungen im Jugend- und Herrenbereich (insbesondere bei den zweiten Mannschaften) sprechen eine deutliche Sprache.

Leider läßt die Spielordnung des BFV jedoch zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine befriedigende Lösung zu. In Kaldorf wird nämlich überhaupt nicht an eine Fusion - wie es in der Öffentlichkeit immer heißt - gedacht. Einziges Ziel ist eine Zusammenlegung der Herrenmannschaften beider Vereine, wobei insbesondere Kaldorf darauf besteht, daß der Vereinsname nicht untergeht. Dies wiederum wäre nur denkbar, wenn Spielgemeinschaft (wie im Jugendbereich) oder eine neue Form von Mannschaften (z. B. Herauslösung der Fußballabteilungen aus den beiden Vereinen) möglich wäre. Nachdem dazu beim BFV eine Reihe von Anträgen verschiedener Vereine vorliegen, denkt man nun konkret über diesen Sachverhalt nach, der in der Vergangenheit als abwegig abgetan wurde.

Ob sich diese Bestrebungen durchsetzen werden, darf - obwohl sich selbst der BFV-Präsident Schmidhuber als Befürworter bezeichnet - zunächst bezweifelt werden, nachdem die Verbandsoberen im Hintergrund schon das Damokleschwert für die kleinen Vereine schwingen. Denn nach Meinung einzelner Verbandsfunktionäre habe sich die Eingliederung der Reserven in den Punktspielbetrieb bestens bewährt und müsse nun bayernweit eingeführt werden. Tatsache ist jedoch, daß dies möglicherweise für Großvereine erstrebenswert ist, die kleineren Vereine diesen Aussagen aber vehement widersprechen. Sie verweisen darauf, daß die kurz- bzw. mittelfristige Abmeldung der Reserven die Folge sein wird. Die Erfahrungen betroffener Vereine zeigen schon jetzt, daß die sportliche Situation (Ersatzspieler, unterschiedliche Spielorte, Kameradschaft usw.) und die wirtschaftliche Situation (keine Gäste-Zuschauer, kein Sportheimbetrieb usw.) unbefriedigend ist.


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